Ausbildungsoffensive der Wirtschaftsjunioren immer beliebter - Ein Tag, 50 Workshops
ACC für Messe fast zu klein

Dass der Andrang so groß ist, heißt nicht, dass das eine reine Werbeveranstaltung für Arbeitgeber ist.
Amberg. (tk) In Deutschland gibt es rund 330 anerkannte Ausbildungsberufe. Junge Leute können 120 davon bei Unternehmern im Raum Amberg-Sulzbach erlernen. Aus dieser großen Zahl den richtigen Beruf auszuwählen, ist für die Schulabgänger nicht einfach. Eine Orientierungshilfe gibt es am Dienstag, 21. Juli.

Der Blick geht zurück in den April 2003. Damals gab es laut der Agentur für Arbeit im Raum Amberg-Sulzbach 764 Lehrstellen, denen 1441 Bewerber gegenüberstanden. Zu dieser Zeit existierte bereits die Ausbildungsmesse von Wirtschaftsjunioren sowie Industrie- und Handelskammer. Letztere musste laut ihres Geschäftsstellenleiters Johann Schmalzl damals in den Betrieben Überzeugungsarbeit leisten, um die ein oder andere Lehrstelle zusätzlich zu schaffen und um Interesse an der Veranstaltung im ACC zu wecken. Im Juli 2015 stellt sich die Situation vollkommen anders dar. Bei der Pressekonferenz im Vorfeld der am 21. Juli von 8.15 bis 13 Uhr stattfindenden Messe rechnete Schmalzl vor: Aktuell sind für den Ausbildungsstart im August/September 391 Stellen frei. Die Summe aller noch unversorgten Bewerber bezifferte der Redner auf 250.

Und die Werbetrommel bei den Unternehmern muss der Geschäftsstellenleiter der IHK auch nicht mehr rühren. Mit 44 teilnehmenden Firmen und Fachschulen, 50 Workshops und 1300 angemeldeten Schülern ist die Ausbildungsmesse so groß wie noch nie. Einigen Arbeitgebern habe er absagen müssen, andere müssten sich einen Stand teilen: Automobile Fischer und die Kfz-Innung zum Beispiel. Gleiches gelte für die Landes- und Bundespolizei. Um zusätzlich Platz im ACC zu schaffen, werden einige Technikräume ebenso umfunktioniert wie die Umkleiden. Schmalzl schmunzelte: "Die letzte Alternative wäre, dass wir in ein WC gehen. Aber das können wir nicht machen." Auch so sei die Amberger Messe die größte ihrer Art, die von Wirtschaftsjunioren in Deutschland organisiert wird.

Vorstandssprecherin Jeannine List will aber nicht, dass ein falscher Eindruck entsteht: "Dass der Andrang so groß ist, heißt nicht, dass das eine reine Werbeveranstaltung für Arbeitgeber ist." In erster Linie handle es sich um eine immer beliebter werdende Börse für Schüler, denn: "Gewisse Qualitäten müssen für einen Beruf vorhanden sein. Sich darüber bewusst zu werden und sich zu informieren, ist der Zweck dieser Messe."

Zu ihr sind übrigens auch ganz bewusst die Eltern eingeladen. Denn diese haben laut Schmalzl nicht immer einen aktuellen Einblick in die Berufswelt mit all ihren Facetten.

___

Weitere Informationen im Internet:

http://www.ihk-regensburg.de
Weitere Beiträge zu den Themen: Juli 2015 (8666)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.