Ausgedacht, mitgemacht

Wer macht hier das Rennen? Im Rollstuhl fuhren Menschen mit Behinderung und ohne beim Tag der Begegnung um die Wette.

Es war eine Präsentation mit Wow-Effekt, die selbst die Veranstalter vom Hocker riss: "Ich bin schier überwältigt", sagte Hildegard Legat am Ende des Tages der Begegnung am Freitag auf dem Marktplatz. Über 60 Menschen mit und ohne Behinderung nahmen am barrierearmen Stadtrundgang teil.

OB Michael Cerny dachte angesichts der Resonanz laut über einen "zweiten Durchgang" nach. Aber die Stadtführung war ohnehin nur ein Teil des inklusiven Nachmittags, den die Arbeitsgemeinschaft Offene Behindertenarbeit von der Lebenshilfe gemeinsam mit dem Inklusionsbündnis Wundernetz initiiert hatte. Am Fuße des Rathauses ließen sich verschiedene Erlebnisstationen ausprobieren. Das Besondere daran war, dass sich Behinderte das Programm ausgedacht hatten.

So zeigte beispielsweise Christina Donhauser mit Tobias (25) wie es ist, Gegenstände aus einem Fühlbeutel allein durch den Tastsinn zu erkennen. Oder aber auch wie Obst schmeckt, wenn man es mit verbundenen Augen probiert. "Zum Teil schon seltsam", sagte der zehnjährige Robert. Bürgermeisterin Brigitte Netta testete die Fahrt durch die Fußgängerzone im Rollstuhl und bilanzierte: "Das ist echt schwer. Allein über die Fugen zu kommen, ist eine Herausforderung." Ob Wettfahrten im Rollstuhl oder Probefahrten im Rollifahrrad - das Ziel war der Abbau von Barrieren, auch in den Köpfen. An diesem Nachmittag wurde dafür ein großer Schritt getan.
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