Ausladender Minimalismus

Obwohl die Farben bei Erika Wakayamas großformatigen Arbeiten sehr subtil bleiben, spielen sie in ihrer Ästhetik die wichtigste Rolle. Bild: lev

Formen sind für die Malerin Erika Wakayama zweitrangig. Sie will Farben sprechen lassen. Mit großer Geste, aber leise im Ton.

"Es ist schwer zu sagen, wann ich zu malen angefangen habe, aber großformatig wurde es in der Akademiezeit." Einige dieser in der Fläche ausladenden Arbeiten von Erika Wakayama können die Besucher des Stadttheaters in dieser Spielsaison im Foyer im ersten Stock sehen und sich während der Pausen von ihnen einnehmen lassen.

Die in Japan geborene Künstlerin kam 2002 nach Deutschland und studierte an den Kunstakademien in Nürnberg und Düsseldorf. Seit vier Jahren lebt sie nun in Amberg und freute sich auf die Ausstellung sehr. "Ich bin so aufgeregt!" Farben sind Erika Wakayama sehr wichtig: "Es ist immer spannend, zu sehen, was die Farbe im Menschen auslösen kann", begründet sie diesen Ansatz ihres Schaffens. Formen seien zweitrangig.

Betrachter gefordert

Das sticht nicht ins Auge, das muss sich der Betrachter erarbeiten. Denn trotz der großen Formate zeichnen sich in der Fläche Formen nur vage ab. Das Gezeigte, Dargestellte erschließt sich nicht unmittelbar, sondern erst über ein intensive Beschäftigung mit den Bildern. Eine konkrete Botschaft liegt der Malerin fern: "Ich freue mich, wenn jeder etwas anderes 'rauslesen kann." Mit Buntstiften arbeitet die Künstlerin schon immer gern. Dieses schlichte Mittel und die nötige Technik findet sie "direkt und einfach".

Dialog gesucht

Die eigentliche Herausforderung in ihrem derzeitigen Schaffen sieht sie deshalb darin, mit diesen anspruchslos unprätentiösen Ansätzen ausladende Flächen - einige Formate sprengen die Drei-Meter-Marke - zu bearbeiten: "Je nach Größe, wirkt die Farbe auf den Betrachter anders." Die ausgestellten Bilder hat Erika Wakayama gezielt für diese Ausstellung und das Stadttheater-Foyer als Raum angefertigt. Deshalb stehen diese Arbeiten und ihre Umgebung in einem direkten Dialog.

Bürgermeister Martin Preuß zeigte sich bei der Vernissage beeindruckt von der "sensiblen Technik, die flüchtige Farbimpressionen einerseits und die Musik von Geräuschen andererseits in einem konträren Farbklang vereint". Anschließend führte Sebastian Stumpf, ein Künstlerkollege der Malerin aus Leipzig, die Vernissagegäste in die Ausstellung ein. Sein Credo: Immer mal wieder in das Foyer kommen und die Bilder nicht nur bei unterschiedlichen Tages-, sondern auch zu anderen Jahreszeiten ansehen.
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