Ausstellung in Provinzialbibliothek zeigt Handschriften aus dem 15. Jahrhundert
Als das Schreiben Kunst war

Diese Pergamenthandschrift mit Drachen gehört zu den Exponaten, die in der Provinzialbibliothek zu sehen sein werden. Bild: hfz
In der Provinzialbibliothek wird am Donnerstag, 11. Juni, um 19.30 Uhr die Ausstellung "Nun, Schreiber, schärfte deine Feder ..." eröffnet. Bücher und Texte sind heute ein selbstverständlicher Bestandteil des alltäglichen Lebens und nahezu überall und unbegrenzt verfügbar. Dies war jedoch nicht immer so.

Über weite Etappen der Geschichte waren Buch und Schrift Elitenphänomene und Teil einer Expertenkultur, die seit der Spätantike vor allem durch das lateinische Mönchtum getragen wurde. Die mittelalterlichen Ordensleute betrachteten das Kopieren von Büchern als eine wichtige Aufgabe ihrer Lebensweise. Daher liegt der Ursprung vieler berühmter Schreibstuben des Mittelalters zunächst in Benediktiner-Klöstern.

Mit der Reformbewegung der Zisterzienser kam an der Wende vom 11. zum 12. Jahrhundert eine neue Organisationsstufe ins monastische Leben des Abendlandes. Für die grauen Mönche war das Medium der Schrift ein wesentliches Bindeglied für die rapide Verbreitung des Ordens. Jedes neue Kloster musste dabei mit bestimmten liturgischen Texten und Büchern ausgestattet werden. Alles hatte Regeln zu folgen, was gut organisierte Werkstätten und rational anmutende Arbeitsprozesse voraussetzte. In die damit verbundenen Arbeitsabläufe sowie die Schriftzeugnisse aus den vier Zisterzienserklöstern der heutigen Oberpfalz (Waldsassen, Walderbach, Pielenhofen und Seligenporten) soll die von Studenten der Universität Regensburg erarbeitete Ausstellung Einblick bieten.

Ausgehend von einer Sammlung von mittelalterlichen Farbrezepten aus einer in der Provinzialbibliothek verwahrten Waldsassener Handschrift des 15. Jahrhunderts werden Beispiele der Schriftkultur der Zisterzienser in der Oberpfalz präsentiert.
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