Autos aus der Wirtschaftswunder-Zeit

Der 190 SL. Frontmaske, Stoßstangen, Scheinwerfer und Motorhaube stammen vom 300 SL. Bilder: gf

Knapp 25 000 Sportwagen des Typs 190 SL baute Mercedes-Benz zwischen 1955 und 1963. Etwa die Hälfte wurde in die USA ausgeliefert. Aktuell sind in Deutschland noch etwa 2500 dieser legendären Roadster zugelassen. Einige von ihnen wurden am Wochenende in Amberg und Umgebung gesehen.

Zum 37. Jahrestreffen hatte der Mercedes-Benz 190 SL Club Deutschland nach Amberg gebeten. Gut 70 der 850 Mitglieder folgten dieser Einladung. Sie fahren ein Auto, das ein typisches Symbol für das deutsche Wirtschaftswunder war. Der Wagen ist eine zweisitzige, geringfügig abgespeckte Version des Flügeltürers 300 SL. Der Kaufpreis betrug damals fast 17 000 DM, Heute werde der 190 SL, wenn er top in Schuss ist, mit 100 000 Euro gehandelt, sagt Frank Erbeck, Vizepräsident des 190-SL-Club Deutschland.

Von denen, die am Wochenende mit ihren automobilen Schmuckstücken nach Amberg gekommen waren, hatte Erich Koch aus Zarpen bei Lübeck die weiteste Anreise. Die fast zwölf Stunden Fahrt für 750 Kilometer einfach habe er mit seiner Frau Elke gerne in Kauf genommen, erzählte er. Unter seiner Würde wäre es gewesen, den 190 SL auf einem Hänger in die Oberpfalz zu ziehen. So lange er und sein Mercedes die Strecken zu den Jahrestreffen noch schaffen, gelten diese SL-Events als Pflichttermin. Ein Highlight des Treffens war die gemeinsame Ausfahrt. Von Amberg aus ging es das Vilstal runter bis Schmidmühlen, dann im Lauterachtal über Hohenburg nach Kastl, weiter nach Ursensollen und Ammerthal zum Etappenziel der ersten 70 Kilometer: Illschwang. Die zweite Tour führte dann nach Sulzbach-Rosenberg und Vilseck, über Großschönbrunn nach Hirschau zum Monte Kaolino und zurück nach Amberg. Dort wurde beim Autohaus Widmann ein 190 SL neben dem anderen geparkt. Auf der Landkreis-Tour mussten an den sechs Durchgangskontrollen Prüfungen absolviert werden, die mit ein wenig Überlegen oder Geschick jeder meistern konnte. Im Illschwanger Hopfenmuseum galt es, das Gewicht eines Hopfensackes zu schätzen.

In Vilseck musste möglichst nahe an ein Gatter herangefahren und der Mercedes zwischen zwei Stangen mit gleichem Abstand links und rechts abgestellt werden. Die letzte Prüfung beim Autohaus Widmann war das Rollen eines Bierfasses durch eine Pylonengasse.

Gesellschaftlicher Höhepunkt des 190-SL-Treffens war der Gala-Abend im ACC mit Tanzmusik vorwiegend aus den Jahren, in denen der Roadster vom Band lief. In der Wertung 190 SL holten sich Fritz und Elke Koch (Zarpen) den ersten Platz vor Thomas und Ingrid Ruhl (Waiblingen) sowie Wolfgang und Elfriede Frey (Karlsruhe). In der Gäste-Wertung gewannen Horst und Gerda Lohfink (Mühlheim/Main) vor Fritz und Anneliese Kempf (Wildberg) sowie Gerd und Isabella Köhler (Vienenberg).

Am Sonntag hatten Gerlinde, Lisa und Fritz Wendl aus Vilseck, die das Jahrestreffen organisiert haben, noch zu einer Stadtführung eingeladen.
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