Bäckerei-Fachverkäuferin Sabrina Schimpke kennt die wichtigste Zutat für ihren Beruf: "Man muss Menschen mögen."
Ratschen gehört einfach dazu

Ein gutes Beratungsgespräch will gelernt sein: Kursleiter Eckbert Huber (links) schlüpft für Sabrina Schimpke (rechts) in die Rolle des kritischen Kunden. Bild: hfz
Mit sechs anderen jungen Frauen aus ganz Bayern absolvierte die Ambergerin in Straubing eine ganz spezielle praktische Prüfung. Sie ist jetzt Verkaufsleiterin.

Dieser berufsbegleitende Weiterbildungskurs mit dem Schwerpunkt Bäckerei und Konditorei ist in Bayern einzigartig, heißt es in einer Mitteilung der zuständigen Nahrungsmittelhandwerks.

"Die Ausbildung ist extrem umfangreich. Schließlich ist die Prüfung fast wie eine reguläre Meisterprüfung aufgebaut", wird Kursleiter Eckbert Huber zitiert. In 160 Unterrichtsstunden Fachtheorie und 80 Stunden Praxis lernten die Prüflinge neben betriebswirtschaftlichen Grundlagen unter anderem die Bereiche Verkaufs- und Verhandlungspraxis, Werbetechnik, Dekoration sowie das Anrichten fachbezogener Erzeugnisse.

Mit viel Leidenschaft

Trotz der hohen Anforderungen war für Sabrina Schimpke schnell klar: "Ich stelle mich der Herausforderung." Seit zwölf Jahren steht die Ambergerin mit Leidenschaft hinter der Theke der Bäckerei Strobel in Rosenberg. "Ich verkaufe einfach gern und ich ratsche auch mal mit den Kunden", sagt sie schmunzelnd. Das frühe Aufstehen ist für sie kein Problem: "Ich bin sowieso ein Morgenmensch und eine Frohnatur." Der Kurs habe ihr viel gebracht, vor allem im Bereich Marketing habe sie einiges dazugelernt. "Als Verkaufsleiterin ist man wirklich bestens auf die Leitung einer Filiale vorbereitet", versichert Kursleiter Huber, selbst ein gelernter Bäcker- und Konditormeister.

Er achte bei seinen Schülerinnen nicht nur auf umfangreiches Fachwissen, sondern auch auf freundliches Auftreten und die dazu passende Körpersprache. Auch der Umgang mit schwierigen Kunden und das Verhalten in Stresssituationen sei wichtiger Bestandteil der Prüfung. "Schließlich will ein Bäcker nicht nur hochwertige Waren verkaufen, sondern sich auch durch kompetente Beratung und Kundenorientierung von der Konkurrenz abheben", weiß der Fachmann.

Für Sabrina Schimpke hat sich der Kurs nicht nur wegen der verbesserten Zukunftsperspektiven gelohnt: "Ich bin froh über die vielen neuen Erfahrungen und ich weiß jetzt wieder, warum ich meinen Beruf so gerne mache." Nach bestandener praktischer Abschlussprüfung steht für sie nur noch der dritte Teil (Technischer Fachwirt) ihrer Weiterbildung zur Verkaufsleiterin im Nahrungsmittelhandwerk auf dem Programm.

Mit einem Lächeln

Pläne für die Zukunft hat die Ambergerin jetzt schon ganz konkret: "Ich will das, was ich gelernt habe, umsetzen und auch weiterhin alle Kunden mit einem Lächeln begrüßen." Die weiteren Absolventinnen kamen aus Landau an der Isar, Abensberg, Parkstetten, Ergoldsbach und Cham. Mit Nicole Noth war auch eine Hirschauerin dabei.
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