Bahnhof abreißen

In den Augen von Barbara Lanzinger bringt es nichts, den Amberger Bahnhof nur umzubauen. Sinnvoller sei es, ihn abzureißen und neu zu errichten, sagt die CSU-Bundestagsabgeordnete. Bild: Huber

Sie ist dafür bekannt, dass sie ihren eigenen Kopf hat und Meinungen vehement vertritt. Den Amberger Bahnhof kostenaufwendig barrierefrei umbauen? Nein, sagt Bundestagsabgeordnete Barbara Lanzinger. Da sollte man lieber gleich über einen Abriss und einen kompletten Neubau nachdenken.

Drei große Themen hatte der Ortsverband Sebastian der CSU-Frau vorgegeben: Bahn, Energie einschließlich Stromtrassen, Flüchtlinge. Damit könne er sich locker zurücklehnen, merkte Oberbürgermeister Michael Cerny an, denn er sei ja "nur" Moderator und reden solle an diesem Abend Barbara Lanzinger. Die beklagte sogleich, dass Amberg in Sachen Elektrifizierung ein weißer Fleck sei, obwohl seit gut zehn Jahren darüber diskutiert werde. Der Gütertransport müsse wieder auf die Schiene verlagert werden, das könne aber nur rentabel sein, wenn effiziente Elektro-Loks eingesetzt werden.

Ein Gutachten zum Kosten-Nutzen-Faktor liege vor, betonte die Bundestagsabgeordnete. Es spreche sich eindeutig für Elektroantrieb aus. Auch die Industrie- und Handelskammer zähle zu den Unterstützern der Forderung nach einer Elektrifizierung. Mit einer Umsetzung könne eventuell in den nächsten zehn Jahren gerechnet werden. Oberbürgermeister Cerny wies darauf hin, dass neben der Elektrifizierung auch der zweigleisige Ausbau zwischen Nürnberg und Prag dringend erforderlich sei. Zur Barrierefreiheit im Amberger Bahnhof monierte der OB, dass "der echte Rolli nicht in den Zug komme". Um dies zu ändern, müssten entweder Aufzüge eingebaut oder mindestens ein Waggon im Zug mit Einstieghilfen ausgestattet werden.

Über Parkdeck nachdenken

Naja, so schön sei der Amberger Bahnhof auch wieder nicht, hakte Barbara Lanzinger ein. Der vor Jahrzehnten abgerissene Backsteinbau hätte wenigstens noch Flair gehabt. Umbauen bringe nichts, sprach Lanzinger dann Klartext - und plädierte dafür, alles wegzureißen, neu zu bauen und im Zuge dieser Maßnahme gleich über ein Parkdeck zwischen Bahnhof und Post nachzudenken.

Wenn Amberg attraktiv bleiben wolle, fuhr die Abgeordnete fort, dann müsse man die Stadt besser anbinden - und dazu gehöre auch ein anspruchsvoller Bahnhof. Mit Blick auf die Bahnbrücke über die Regensburger Straße berichtete Lanzinger, dass die Planungen abgeschlossen seien. Wenn diese Brücke abgebrochen und durch einen Neubau ersetzt wird, werde die Umleitung des Verkehrs eine logistische Herausforderung sein. Lanzinger zeigte sich aber überzeugt, dass das Staatliche Bauamt diese genauso meistern werde wie beim Brückenabriss an der B 299/B 85. Voraussichtlich 2018 könne in der Regensburger Straße mit den Bauarbeiten begonnen werden. Sie rechne damit, sagte Lanzinger, dass es gut ein halbes Jahr lang zu erheblichen Behinderungen kommen werde.
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