Bald das modernste Landgericht

Ein Bild von vor fünf Jahren. Zur Halbzeit der Generalsanierung war das Landgericht eine Großbaustelle. Eine Ende ist nun in Sicht. Archivbild: Hartl

In Amberg steht nicht nur das älteste Landgerichtsgebäude Bayerns. Nach der Generalsanierung des historischen Komplexes ist es auch technisch das modernste im Freistaat.

(usc) Im Vorfeld der offiziellen Einweihung am Freitag, 24. Juli, präsentierte Präsident Dr. Wolfgang Schmalzbauer die Chronik "470 Jahre Baugeschichte - 750 Jahre Justizgeschichte Landgericht Amberg". Das Buch kann man durchaus als Abschiedsgeschenk der beiden Autoren, Schmalzbauer und Baudirektorin Christa Hönle, betrachten, gehen doch beide heuer in den Ruhestand. Welch immense Arbeit in der Chronik steckt, lässt sich nur erahnen.

Die Vorstellung des Buchs erfolgte im Beisein des Chefs des Oberlandesgerichts Nürnberg, Dr. Christoph Strötz, in der historischen Torhalle. In ihr begann laut Schmalzbauer 1544 die Geschichte dieses Ämtergebäudes. Und Christa Hönle erläuterte die über 26 Millionen Euro teure Generalsanierung, die sich über zehn Jahre erstreckte und noch in diesem Jahr abgeschlossen wird.

"Ein Glücksfall"

Es war nach Worten Schmalzbauers ein Glücksfall, dass die Justiz Hönle als für die Maßnahme Verantwortliche vom Staatlichen Bauamt zugeteilt bekam. Sondern auch, dass sich die Expertin bereiterklärte, ihr Wissen in die Chronik einfließen zu lassen - Fotos und Dokumentation der Generalsanierung inklusive. Schmalzbauer stellte in Ergänzung dazu die Organisationsgeschichte des Landgerichts zusammen.

Wie die von Christa Hönle verfasste Baugeschichte ausweist, besteht der Komplex aus mehreren Häusern unterschiedlicher Bauzeit - von Renaissance über Barock bis hin zum Jugendstil. Die historische Bausubstanz hatte im Laufe der vielen Jahrhunderte erhebliche Schäden erlitten, so dass eine umfangreiche Generalsanierung von 2005 bis 2015 unabdingbar war. Die wichtigsten Maßnahmen waren dabei die Modernisierung der Tragkonstruktionen in den Bereichen Dachtragwerk, Deckenkonstruktion, Fundament, Mauerwerk und Gewölbe, aber auch die Erneuerung der Versorgungsleitungen und die Sanierung der Ausbauteile. Es wurden alle technischen Installationen entfernt. Die Gebäude selbst wurde laut Hönle fast bis auf den Rohbaustatus zurückgeführt.

An Sicherheit gedacht

Mit der Neuinstallation erfolgte die Anpassung an die neuesten technischen Baubestimmungen - insbesondere hinsichtlich Brandschutz, Barrierefreiheit und Energieeinsparung. Zudem wurde eine Neuordnung der Funktionsbereiche für Landgericht und Staatsanwaltschaft berücksichtigt. Auch unter Berücksichtigung der in den vergangenen Jahren notwendig gewordenen verstärkten Sicherheitsmaßnahmen.

Die Generalsanierung der Gesamtanlage mit Kosten von über 26 Millionen Euro wurde vom Freistaat und vom Staatlichen Bauamt in drei Abschnitte eingeteilt. Planung und Bauleitung lagen in der Verantwortung des Architekturbüros Georg Zunner. Die Staatsanwaltschaft wurde für zehn Jahre in die Faberstraße ausgelagert, das Landgericht musste Lärm und Staub der Bauarbeiten ertragen und mehrmals innerhalb des Sanierungs-Komplexes umziehen.
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