Baracken sind bedeutender
Angemerkt

Woher der Rundbau seinen Namen hat, ist klar. Auch der Begriff Baracke muss nicht erklärt werden. Beim Polizei-Bau scheint die Antwort ebenfalls logisch. Doch selbst die Bergsteig-Bewohner, die das Rentenalter erreicht haben, können nicht mehr exakt sagen, wann die Ordnungshüter dauerhaft vor Ort waren. Jörg Fischer vom Stadtarchiv weiß mehr: Zum besseren Schutz des Viertels wurde am 1. April 1952 ein Revier eingerichtet, das bis zum 7. April 1960 mit einem Leiter und zeitweilig mit bis zu sechs Mann besetzt war. Die Flüchtlinge aus dem Osten, die ab 1945 durch die Wirren des Kriegs nach Amberg gekommen waren, lebten auf engstem Raum miteinander und hatten unterschiedliche Auffassungen von ihrem neuen Leben im Freiheit. Ärger war an der Tagesordnung.

Der Polizei-Bau hat deswegen zwei Vergangenheiten. Die negative: Die Ordnungshüter mussten rund um die Uhr präsent sein, um schnell eingreifen und Schlimmeres verhindern zu können. Das Positive: Der Bergsteig, ein Schmelztiegel von geschundenen Menschen aus aller Herren Länder, wurde durch die Ansiedlung der Polizei erstmals bewusst als eigener, neuer Stadtteil wahrgenommen. Eine Art Geburtsstunde, wenn man so will. Das Gebäude vor diesem Hintergrund zu erhalten, ist richtig. Doch das müsste auch für die Baracken in der Breslauer Straße gelten. Sie waren die erste Anlaufstelle von unzähligen Flüchtlingen, die in Amberg eine neue Heimat fanden. Dieser Aspekt ist positiv besetzt. Ausschließlich.

thomas.kosarew@zeitung.org

Hintergrund Großaufgebot, aber auch großes Glück

Amberg. (san) Dass der Brand am Montag in St. Marien glimpflich abging, bestätigt Marc Bigalke, Katastrophenschutzbeauftragter des Klinikums. "Zum Zeitpunkt des Notrufs wussten wir natürlich noch nicht, was Sache ist." Deshalb schickte die Integrierte Leitstelle (ILS) ein Großaufgebot an Rettungskräften: drei Löschzüge der Amberger Feuerwehr plus die Stadtteilwehren Raigering, Ammersricht und Gailoh, einige Rettungswagen und mehrere Notärzte, außerdem BRK-Schnelleinsatzgruppen Behandlung und Transport. Vorsichtshalber kam auch der Rettungshubschrauber Christoph 80 aus Weiden.

"Das war wirklich großes Glück", sagt Anästhesist Marc Bigalke, "denn es hätte auch ganz massiv brennen können." Nach Angaben des Klinikums St. Marien war der Motor einer Lüftungsanlage auf der operativen Intensivstation aufgrund eines technischen Defektes durchgeschmort.
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