Bayerische Weltmusik

Werner Schmidbauer (links) und Martin Kälberer präsentieren am Sonntag, 9. November, ihr neues Album im ACC. Sie öffneten sich dabei musikalischen Einflüssen aus der ganzen Welt. Bild: Hengst

"Wo bleibt die Musik?", fragen Werner Schmidbauer und Martin Kälberer auf ihrem neuen Album. Gemeinsames Musizieren wird immer seltener, stellen sie fest.

Nach dem Erfolg des "Süden"-Projekts, dass Werner Schmidbauer und Martin Kälberer mit ihrem italienischen Freund und Kollegen Pippo Pollina initiiert haben, konzentrierten sich die bayerischen Liedermacher wieder auf ihre eigenen Karrieren. Die Musiker gingen an die Arbeit für ein neues Studioalbum und warfen dabei eine zentrale Frage auf: "Wo bleibt die Musik?" Wie das klingt, kann man am Sonntag, 9. November, ab 19 Uhr erfahren, wenn das Duo mit seinem neuen Album im ACC Station macht.

Herr Schmidbauer, Herr Kälberer, Ihr Album trägt den Titel "Wo bleibt die Musik?". Welche Geschichte verbirgt sich dahinter?

Während einer Reise nach Istanbul, erlebte ich die unglaubliche Vielfalt dieser Stadt: Musik an jeder Straßenecke und überall Leute, die zusammen musizieren, tanzen und singen. Anschließend kam ich nach München zurück und war völlig perplex, dass in der Fußgängerzone kaum mehr Straßenmusik gemacht wird. Der Kontrast war so groß, dass diese Frage praktisch automatisch aus mir herausgekommen ist.

Viele Songs wie "Istanbul" oder "Verona" klingen wie ein musikalisches Reisetagebuch. War das so geplant?

Nein, das war eigentlich nicht so geplant. Es hat sich nur nach und nach herausgestellt, dass viele der Lieder nach draußen schauen in die Welt. Bei "Istanbul" hat Martin mir eines Tages das Fragment eines Liedes gegeben, das etwas sehr Tänzerisches hatte und mich sofort an meine Reise in die Türkei erinnerte. "Verona" ist eigentlich ein Lied für meine beiden Freunde Pippo Pollina und Martin, mit denen ich 2013 dieses einzigartige Konzert in der Arena di Verona spielen und erleben durfte.

Sie selbst bezeichnen das neue Werk als bayerisches Weltmusikalbum - was meinen Sie damit genau?

Werner schreibt zwar alle seine Texte in Bayerisch und so singen wir sie auch, die musikalischen Einflüsse sind aber global. Wir wollten uns ganz bewusst öffnen gegenüber anderen musikalischen Stilistiken, Rhythmen und Klängen. Durch einige Instrumente, die ich spiele, kommt oft eine musikalische Mischung zusammen, die weit über unsere Region hinaus weist.

Und wo bleibt jetzt Ihrer Meinung nach die Musik?

Musik ist schon noch welche da, nur kommt sie meistens vom Band, vom IPod oder ähnlichen Datenträgern. Viele Leute hören ihre eigene Musik nur noch mit Kopfhörer, oder die Straße wird von Geschäften aus beschallt. Gemeinsames Musizieren ist eher selten geworden.

Was bedeutet Ihnen Erfolg?

Wenn viele Leute unsere CD kaufen, heißt das, dass viele Leute unsere Musik hören. Das freut uns natürlich sehr, ist aber nicht das Hauptkriterium, wonach wir uns selbst beurteilen. Kommerzieller Erfolg ist erfreulich, hat aber auch seine Nachteile, bringt Verpflichtungen und schürt Erwartungen. Es ist auch eine Frage der Reihenfolge: Wenn das, was wir gut finden, Erfolg hat, ist das toll, wenn wir aber versuchen würden, das zu tun, was Erfolg hat, wäre das Quatsch.

Nun gehen Sie auf große Tournee durch Bayern und Deutschland - was darf man von Ihnen dabei erwarten?

Ein sehr musikalisches und musikantisches Liederprogramm, genauso lustig wie ernst .... und auch für Nicht-Bayern gar nicht so schwer zu verstehen.
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