Bayernliga: FC Amberg erwartet Memmelsdorf - Im Hinspiel erste Niederlage
Noch eine Rechnung offen

Rückblende: Friedrich Lieder erzielt am 27. Juli - brütend heiß war es - unmittelbar vor der Pause das 1:0. Der FC Amberg hatte den gastgebenden SV Memmelsdorf bereits im Sack, wie das immer so treffend heißt. Spielerisch, taktisch, kämpferisch - Memmelsdorf hatte nichts Gleichwertiges entgegenzusetzen. Dann passierte, was nie hätte passieren dürfen, was Memmelsdorfs Trainer Bernd Eigner heute noch schmunzeln lässt, was seinen Kollegen Timo Rost heute noch ärgert: Memmelsdorf gewann die Bayernliga-Partie mit 2:1.

Ein haarsträubender Abwehrfehler in der Nachspielzeit bescherte dem FC Amberg die erste Ernüchterung in dieser Saison. "Da hatten wir schon mächtig viel Glück, vielleicht können wir die Amberger ja nochmal überraschen", hofft Bernd Eigner vor dem Gastspiel am Samstag, 16. November, um 14 Uhr im FC-Stadion.

Von Krise profitieren

Eigner möchte auch, so ließ er durchblicken, "von der anhaltenden Krise beim FC Amberg" profitieren.

Denn es blieb auch in Memmelsdorf nicht verborgen, dass der FC Amberg zu Beginn der Rückspielserie Abschreibungen vornehmen muss - das Ziel betreffend. Man könne in Amberg wohl nicht zufrieden sein, schlussfolgert Eigner richtig, bei seiner Mannschaft hingegen sei das Ziel realistischerweise noch zu packen: "Wir hatten nichts anderes vor als gegen den Abstieg zu spielen, und das wird bis zum Schluss so sein." Immer wieder hätte er in dieser Spielzeit mit personellen Problemen zu kämpfen gehabt, ließ er wissen, "da kann es dann keine konstant guten Leistungen geben."
"Aber ich will auch nicht wehklagen, die Mannschaften die jetzt hinten sind, die werden es am Schluss auch ausmachen. Unser Ziel kann nur sein, aus Amberg einen Punkt mitzunehmen." Von Zielen war auch beim FC Amberg viel die Rede, und davon, dass Anspruch und Wirklichkeit einfach nicht zusammenpassen. Die Zielsetzung habe man nach unten gesetzt, um Druck von der Mannschaft zu nehmen, hat Werner Aichner gesagt, das solle sich, so hoffe er "befreiend auswirken", hofft er, künftig. Freilich stellt sich da schon die Frage: Welchen Druck eigentlich? Es gibt Fußballer, die sehen es als Ansporn, die packt der Ehrgeiz, wenn sie mit der Option nach oben antreten können. Ein gestandener Bayernliga-Kicker sollte den sogenannten Druck einfach aushalten, sonst ist er fehl am Platz.

Und ist es nicht schon wieder Druck, wenn Trainer Timo Rost einen Sieg gegen Memmelsdorf fordert? Es wird sich zeigen, wie die Mannschaft die Spiele jetzt angeht. Gegen Memmelsdorf jedenfalls will der FC Amberg "wieder Tore schießen, kompakt stehen, eben wieder Fußballspielen", fordert Rost. Und noch eines: Spielt er selbst, oder spielt er nicht? "Das werde ich kurzfristig entscheiden", sagt Rost.

Zu viele Schwankungen

Es wird wohl so kommen, wie Teammanager Hubert Kirsch glaubt: "Wir wollen jetzt die Saison ordentlich zu Ende spielen." Weiteres steht in den Sternen. Fazit jedenfalls ist: "Wir haben es mit dem Kader probiert nach oben zu kommen, aber man hat klar bemerkt, dass bei dem einen oder anderen zu viele Schwankungen vorhanden sind", so Timo Rost. Heißt im Klartext: Bei einigen fehlt die Qualität.

Rost macht das auch am Beispiel Schweinfurt fest: "Es ist ein himmelgroßer Unterschied, wenn du auf einmal aufsteigst, qualitativ ein Riesensprung." Und den glaubt Rost nicht mehr zu erreichen: "Um aufzusteigen, da muss alles passen im Verein, da muss alles an einem Strang ziehen."

Kein Alibi mehr

Klar ist für ihn: "Es gibt für die Mannschaft kein Alibi mehr, sie steht unter genauer Beobachtung. Wer nicht mitzieht, muss im Winter gehen."

FC Amberg: Götz, Afghani; Gorgiev, Graml, Karasu, Rost, Fromholzer, Meyer, Lieder, Plänitz, Werner, Lincke, Müller, Dotzler, Kioyo, Ceesay, Götzl.
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