Begegnung mit Putin
Stell dir vor ...

Sie werden es nicht glauben! Ich kann's ja selbst kaum glauben! Gestern habe ich den Putin getroffen. Bei einer Geburtstagsfeier einer Freundin meiner Frau. In einem Lokal mitten in der Amberger Innenstadt.

Der Putin saß zwei Tische weiter. Ganz leger gekleidet, eigentlich ganz unauffällig. Ohne Bodyguards. Eine kurze Hose hat er angehabt. Und er trug ein Halbarmhemd.

Neben ihm sind zwei Stadträte gesessen. Der Helmut Wilhelm von den Grünen und der Klaus Ebenburger von den Freien Wählern. Der Wilhelm hat dem Wladimir was von der neuen Weihnachtsbeleuchtung erzählt. Wahrscheinlich wollte er, dass Gazprom die sponsert. Der Ebenburger hat sich über die erhöhten Eintrittspreise für das Kurfürstenbad beschwert. Das hat den Putin weniger interessiert.

Plötzlich hat der Putin mich zu sich hergewunken. Und mir einen Zettel rübergeschoben. "Holen Sie mir doch bitte diese Drogen aus der Apotheke", sagte er freundlich. Mir war damit schlagartig klar, warum der Putin so ist wie er ist. Aber ihm das Zeugs auch noch besorgen?

Mach ich nicht, dachte ich mir. Am Ende bin ich der Blöde, werde von der Polizei erwischt, wandere für ihn in den Knast und der Putin lacht sich in sein russisches Fäustchen.

Ich weigerte mich also. Putins Miene verfinsterte sich und er sagte leise: "Dann kann ich Ihnen auch nicht mehr helfen." Genau in diesem Moment klingelte - Gott sei Dank - der Wecker. Was man für einen Sch... träumen kann, wenn man vor dem Einschlafen im Bett Fernsehen schaut und am Montag Stadtratssitzung war.

juergen.kandziora@zeitung.org
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