Beim G7-Gipfel war Polizeisprecher Peter Krämer einer der Medienbetreuer
In Kontakt mit Journalisten aus aller Welt

Polizeisprecher Peter Krämer: "Du hast nix anderes gemacht als arbeiten, duschen und schlafen."

Barack Obama, Angela Merkel und François Hollande hat er natürlich gesehen - aber leider nur im Fernsehen. Denn der Amberger Polizeisprecher Peter Krämer war beim G7-Gipfel, der am Montag zu Ende ging, "an der Front, an der Basis". Heißt: Er betreute mit anderen Kollegen die Journalisten aus der ganzen Welt.

"Wir hatten den absoluten Dienstleistungs-Auftrag", hob der 49-Jährige hervor, als er am Donnerstag unserer Zeitung von seiner Zeit in Oberbayern erzählte. Die für ihn ein ganz besonderes Ereignis war. "So was muss man gesehen haben, da muss man dabei gewesen sein. Da hätte ich nicht fehlen wollen." Krämers Augen blitzen, wenn er über seinen 15-tägigen Einsatz redet, der von zwei freien Tagen unterbrochen war.

Frühzeitig hatte er sich freiwillig gemeldet. Untergebracht war der Polizeihauptkommissar zusammen mit mehreren Beamten in einer Ferienwohnung in Grainau. Von Krämer kam hier ein "ganz großes Lob an die Organisation und Planung". Es sei ja wirklich nicht einfach gewesen, für 18 000 Beamte Zimmer zu buchen. Und da habe man sich "nicht lumpen lassen", stellte der 49-Jährige anerkennend fest.

Ebenfalls nicht vergessen wird Krämer den ökumenischen Gottesdienst im Festzelt in Mittenwald gleich am ersten Tag. 2500 Polizisten, die meisten in Unform und Einsatzanzügen - "man muss nicht besonders gläubig sein, um das beeindruckend zu finden." Schloss Elmau hat er sich auch angeschaut. Von außen, bevor alles abgeriegelt wurde.

Die erste Woche verbrachte Krämer im Hauptquartier in Garmisch in der Pressestelle. Die habe sich um fast 600 Medienanfragen kümmern müssen. "Da ging es um polizeiliche Belange." Viel Freizeit blieb Krämer schon da nicht. "Du hast nix anderes gemacht als arbeiten, duschen und schlafen." Zwischen 13 und 14 Stunden war er täglich im Einsatz. Der erfolgte in der zweiten Woche auf der Straße. Peter Krämer wechselte in ein mobiles Team. "Ich war bei jedem Demonstrationszug in Garmisch live dabei." In Zivil, ohne Jacke, schließlich hatte es über 30 Grad. Hemd mit Krawatte aber schon. Und darüber noch ein Leiberl in Neongelborange mit der Aufschrift "Pressebetreuung".

Der Amberger lernte dabei "sehr viele demonstrationsfreundliche Medienvertreter kennen". "Die wollten von der Polizei nicht betreut werden." Ansonsten aber machte Krämer durchwegs gute Erfahrungen mit den zahlreichen Journalisten. Die meisten seien "unheimlich freundlich" gewesen. Auch mit den Demonstranten erlebte der 49-Jährige kaum Negatives. Einzige Ausnahme: Einmal flog ein Teller aus einem Camping-Geschirr knapp an seinem Kopf vorbei.

Und was denkt Krämer über den Riesenaufwand, der für diesen G7-Gipfel getrieben wurde? Der Hauptkommissar musste bei seiner Antwort nicht lange überlegen: "Wenn man die Sicherheit gewährleisten will, war er gerechtfertigt."
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