Bescheiden und sehr solide

Der Feuerwehr geht es ganz schön nass rein. Obwohl vor dem Wort Feuerwache gemeinhin das Wort "neu" steht, schaut das Gebäude am Schießstätteweg inzwischen schon ganz schön alt aus. Bild: Huber

Die Stadt Amberg hat nicht viel Geld. Trotzdem schafft sie es schon seit Jahren, den ohnehin nicht sehr hohen Schuldenstand immer weiter zu reduzieren. Das funktioniert aber nur, weil die Fraktionen mit kostspieligen Wünschen sehr sparsam umgehen.

Zwar ist der Stadtratsbeschluss nicht in Stein gemeißelt, wonach der Schuldenstand der Stadt nicht mehr erhöht werden darf, doch sehen ihn die Parteien durchaus als wichtige Richtschnur für ein nachhaltiges Handeln. Nicht alle Wünsche werden deshalb erfüllt, sogar manch dringliche Ausgabe muss da zurückstecken. Ein paar Dinge will der Stadtrat aber auch im kommenden Jahr über den Ansatz des Kämmerers hinaus anpacken. Das machte der Hauptausschuss am Donnerstag in seiner Sitzung deutlich.

Da wäre zum Beispiel die Sanierung der neuen Feuerwache, die auch schon wieder ganz schön alt ist. "Da regnet es im wahrsten Sinne des Wortes vom Dach rein", machte CSU-Fraktionsvorsitzender Dieter Mußemann auf die Dringlichkeit einer Sanierung der Gebäude am Schießstätteweg aufmerksam. Um eine teure Generalmaßnahme zu verhindern, sollen für die kommenden Jahre jeweils 100 000 Euro in den Haushalt eingestellt werden. "Die flicken da zwar seit Jahren selber rum, der Bauzustand soll aber inzwischen verheerend sein", merkte Helmut Wilhelm von den Grünen an.

Ähnlich wie bei der Feuerwache soll es künftig bei den Schulsanierungen laufen, die ja mit der Real- und der Wirtschaftsschule ohnehin ganz große Ausgabebrocken in den kommenden Jahren sein werden. Nun setzt sich der Reigen munter fort - beispielsweise in Ammersricht. Da der Gesetzgeber mittlerweile die Möglichkeit geschaffen hat, eine Generalsanierung auch auf zehn oder zwölf Jahre zu strecken, soll Ammersricht den Piloten machen und als Vorbild dienen für weitere Maßnahmen in kleinen Schritten.

Bei denen wird es wohl zunächst auch an der Ruoffstraße bleiben. Seit vielen Jahren ist an dieser Stelle ein Park&Ride-Platz im Gespräch. Die CSU will nun, dass auf den bisher erworbenen Flächen ein solcher provisorisch eingerichtet wird. OB Michael Cerny hingegen plädierte am Donnerstag dafür, die Entscheidung solange zu vertagen, bis geklärt ist, ob die Bahn dort ein weiteres Gleis stilllegt und damit eine größere Lösung möglich wäre. Dafür sprach sich der Ausschuss dann auch einstimmig aus, Kosten fallen damit für den Haushalt 2015 zunächst nicht an.

Für die Pflege der Grünanlagen der Stadt, den Stadtgraben und die Erneuerung der Fahrbahnmarkierung der Tempo-30-Zonen und Radwege will die CSU ebenfalls 100 000 Euro haben. Sie bekommt sie ebenso wie die SPD die Mittel für die bessere Ausschilderung der Radwege und die Umsetzung des jüngst vorgestellten neuen Beschilderungskonzepts für die Altstadt.

Und auch ein "ewiges" Thema der Sozialdemokraten nimmt in der Ära Cerny Fahrt auf: Die Verwaltung denkt über die Installierung eines städtischen Wirtschaftsförderers in Ergänzung zur Gewerbebau nach.
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