Bessere Therapie bei Schlaganfall

Die Spezialisten kommen zu den Patienten nach Amberg.

Das Miteinander im Werbeslogan des Klinikums bekommt nach den Worten von OB Michael Cerny "eine ganz neue Bedeutung". Durch Kooperationen, die St. Marien mit anderen Krankenhäusern eingeht, um sich und sein medizinisches Spektrum weiterzuentwickeln.

"Der, der davon am meisten profitiert, ist der Patient", sagte der OB am Mittwoch in der Sitzung des Verwaltungsrats zum neuesten Coup in Sachen Schlaganfalltherapie. Dafür arbeitet St. Marien seit Oktober mit der Kliniken Nordoberpfalz AG zusammen.

Konkret sind es die Radiologie und die Neurologie dort, die mit den identischen Abteilungen in Amberg nun verquickt sind. Und zwar bei der Behandlung besonders schwerer Schlaganfälle mit Hilfe eines Mikrokatheters, mit dem blutbahnverstopfende Gerinsel mechanisch entfernt werden können. Dieses Verfahren heißt Thrombektomie und soll nun auch in St. Marien zum Einsatz kommen. "In Zukunft wird das zu einer qualitativ hochwertigen Schlaganfall-Versorgung in jeder Stroke-Unit dazugehören", schilderte Klinikumsvorstand Manfred Wendl den Hintergrund.

Vorreiterrolle

Dr. Frank Huber, Chefarzt der Neurologie und der zertifizierten Stroke-Unit von St. Marien, hob hervor, dass Amberg und die Kliniken Nordoberpfalz hier eine Vorreiterrolle spielen wollen. Denn geplant ist ein 24-Stunden-Betrieb, den derzeit noch nicht einmal die Uniklinik und das Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in Regensburg anbieten würden, wie sein Kollege Dr. Thomas Finkenzeller vom Weidener Klinikum betonte. Er sprach gar von einem Alleinstellungsmerkmal und Huber ergänzte, dass das nur gemeinsam in der nun geschlossenen Kooperation möglich werde.

Am Klinikum Weiden sind bereits drei interventionell tätige Neuro-Radiologen etabliert, die derartige Thrombektomien bei Schlaganfällen nun auch in Amberg machen werden. Außerdem sollen im Zuge der neuen Zusammenarbeit weitere Spezialisten für dieses Verfahren ausgebildet werden. Laut Finkenzeller bleiben durch die Thrombektomie rund 30 Prozent der Patienten nach einem Schlaganfall ohne Behinderung oder dauerhafte Schäden, wie Studien bereits eindeutig bewiesen hätten.

Patienten bleiben in Region

"Wenn ich Patient wäre, ich würde es mir wünschen", sagte Michael Cerny zu der neuen Behandlungsform. Manfred Wendl hob hervor, dass diese Versorgung vor allem wohnortnah erfolgt. "Die Spezialisten kommen zu den Patienten nach Amberg", schilderte er die Vorteile, "dadurch können wir sie in der Region halten". Auch ein zusätzlicher Transport, zum Beispiel mit dem Rettungshubschrauber, sei dadurch in der Regel nicht notwendig.
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