"Bethaus für alle"

Das Gemeindezentrum der Siebenten-Tags-Adventisten nimmt am Kreisverkehr im Mariahilfbergweg einen prominenten Platz ein: zwischen dem Klinikum St. Marien und der Zentrale der Sparkasse Amberg-Sulzbach. Das Gebäude beherbergt neben dem Gemeindezentrum auch drei Gewerbeeinheiten und acht Wohnungen. Bild: Huber

Tempel gelten als mystische Orte. Gotteshäuser dagegen sind offen für alle Menschen auf der Suche nach Gott. Diesen Unterschied betonte die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten, als sie ihr neues Gemeindezentrum einweihte.

Er freue sich auf das neue helle Haus, sagte Pastor Karsten Wilke aus Regensburg bei der Feier am Samstag. Und er freue sich auf jeden, "der heute den Weg hierher gefunden hat, sowie auf alle, die künftig hier ein- und ausgehen". Letztlich sei aber Gott zu danken, ohne den es diese Begegnungsstätte nicht gäbe.

1957 gekauft

Bis in das 19. Jahrhundert könne das alte Gemeindezentrum am selben Ort zurückverfolgt werden, erzählte Wolfgang Broscheid, Mitarbeiter des Adventisten-Bauvereins. Um 1948 hätten 48 Glieder der Gemeinde angehört, die 1957 die Immobilie am Mariahilfbergweg erworben habe. Vor einigen Jahren sei das Grundstück an einen Bauträger veräußert worden, der drei Gewerbeeinheiten, acht Wohnungen und das kirchliche Gemeindezentrum mit einer Fläche von 135 Quadratmetern im Erdgeschoss geplant und errichtet hat. Das Zentrum gehört der Gemeinde jetzt als Eigentumswohnung.

Einen massiven Schlüssel überreichte Alexander Bauer, der Leiter des Süddeutschen Adventisten-Bauvereins, an Gemeindeleiterin Renate Hummel. Kirchen baue man mit Steinen, Gemeinden mit Beinen, sagte Bauer, denn ohne Beine, ohne Menschen also, wäre jede Kirche ein leeres Haus. Bauer bedankte sich bei Planern und Handwerkern, die ein gelungenes Bauwerk an einem städtebaulich interessanten Ort errichtet hätten.

Bürgermeister Martin Preuß meinte, dass am Mariahilfbergweg etwas Neues entstanden sei, das sich architektonisch wunderbar in das Umfeld einfüge. Das Gebäude sei immer nur die Hülle, Leben ziehe erst mit den Menschen ein. Der Adventisten-Gemeinde wünsche er ein erfülltes Leben mit ihrem Glauben.

Das neue Gemeindezentrum bezeichnete Wolfgang Dorn, Vorstand der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Bayern, als "Bethaus für alle". Der Wert des Zentrums liege in den Menschen, die hierher kämen, um zu beten. Beim Gebet werde die Verbindung zu Gott aufgebaut. Im Gottesdienst sei die Stille ein wichtiger Moment und vielfach nutze er, so Dorn, auch in Kirchen anderer Konfessionen deren Leere und Stille zum Gebet. Im neuen Gebetshaus der Freikirche sollten Menschen ebenso in aller Stille nach der Gegenwart Gottes suchen.
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