Betriebe der Friseur-Innung zahlen Mindestlohn ohne Widerstand - Werbung für ihren Beruf
"Keine Angst vor schlechter Bezahlung"

Katrin Hammerl ist das Beispiel einer jungen Friseurin, die Spaß an ihrem Beruf hat. Mit Engagement und Können hat sie sich fortentwickelt und kann sich über viel positive Kundenresonanz freuen. Bild: Huber

Viele Berufe bekommen den demografischen Wandel zu spüren. Auch die Friseure haben mitunter Schwierigkeiten, guten Nachwuchs zu finden. So gesehen kommt ihnen die Einführung des Mindestlohns seit 1. Januar zupass.

Denn damit schrumpft ein Problem, unter dem das Handwerk teilweise ebenfalls litt. Es stand im Ruf, keine besonders gut bezahlten Jobs zu bieten, was oft auch junge Leute abhielt, in diese Ausbildung einzusteigen.

Nicht zuletzt deshalb betrachtet die große Mehrheit der Betriebe in der Amberger Friseur-Innung den Mindestlohn als Vorteil. Das bestätigt Obermeisterin Christl Flierl, die von "keinerlei Widerstand" ihrer Kollegen spricht. "Jeder war positiv gestimmt und ist froh, dass es jetzt so ist", beschreibt sie Reaktionen der Innungsversammlung zum Mindestlohn.

Für diese wohlwollende Resonanz gibt es nach ihren Worten einen guten Grund: "Wer vernünftige Mitarbeiter will, musste sie bisher schon gut bezahlen. Deshalb sagen viele Kollegen, dass es höchste Zeit geworden ist, das mit Punkt und Komma per Gesetz zu regeln." Außerdem: Viele Betriebe hätten eh schon Löhne über dieser Untergrenze bezahlt, "weil es eben so ist, dass man gute Leute braucht, wenn man seine Kunden zufriedenstellen will".

Vor diesem Hintergrund brauchen laut Flierl auch junge Leute und Ausbildungsinteressenten "keine Angst vor schlechter Bezahlung haben". Wer Spaß am Friseurhandwerk habe, die richtige Einstellung und Bereitschaft mitbringe, sich nötiges Know-How anzueignen und schrittweise zu verbessern, der könne in diesem Beruf ebenso seine Erfüllung finden.

Mit 21 Jahren schon Vorbild

Ein gutes Beispiel dafür ist Katrin Hammerl vom Salon Rogenhofer in der Eglseer Straße. Sie hat sich nach ihrer Ausbildung in einem anderen Amberger Geschäft hier stetig weiterentwickelt - auch mit viel Eigeninitiative und Spielraum zur Entfaltung, den die Inhaber ihr gaben. Das blieb auch der bundesweit für das Friseurhandwerk tätigen Consulting-Firma Schaefer & Partner nicht verborgen, die bei einer Testkundenreihe im Raum Amberg auf Katrin Hammerl aufmerksam wurde. "Sie wurde den Anforderungen komplett gerecht und fiel unter allen getesteten Salons mehr als positiv auf", freut sich ihre Chefin Ivonne Rogenhofer. Das fing bei Grundvoraussetzungen an, die auch Christl Flierl für den Beruf so umreißt: "Du brauchst Leute, die mit Menschen umgehen können. Die total aufmerksam und hilfsbereit sind - und eine modische Einstellung mitbringen. Denn unser Handwerk ist auch ein Modeberuf."

"Können liegt im Wollen"

Bei Katrin Hammerl kommt neben all dem hinzu, dass sie sich zu einer "Farbspezialistin" entwickelt hat, wie auch die Consulting-Firma bestätigte. Bei ihrem Branchentest lag die 21-jährige Kümmersbruckerin mit den Farbveränderungsvorschlägen für ihre Kunden "überdurchschnittlich hoch am Markt". Das wiederum könne man "durch Können und Qualität erreichen". Oder wie es Ivonne Rogenhofer und ihr Ehemann Armin formulieren: "Das Geheimnis des Könnens liegt im Wollen." Sie und Christl Flierl machen damit allen Interessenten für diesen Beruf Mut zu einer guten Zukunft.
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