Bildung aus einem Guss

Der Plan steht: Die Ministerialdirigenten Maria Kinzinger und Stefan Graf, Landrat Richard Reisinger, die Koordinatoren Wolfgang Meier und Julia Wolfsteiner sowie Oberbürgermeister Michael Cerny bei der Übergabe des Konzepts für die "Bildungsregion Amberg/Amberg-Sulzbach". Bild: Steinbacher

Tausend Möglichkeiten - eine Plattform: Amberg und der Landkreis wollen sämtliche Bildungsangebote vom Kindergarten bis zur Hochschule vernetzen. Seit Mittwoch liegt das Konzept dazu beim Kultusministerium vor.

"Willst du für ein Jahrzehnt vorausplanen, so pflanze Bäume. Willst du für ein Jahrhundert planen, so bilde Menschen." Dieser Leitspruch prangte in großen Lettern über der Bühne des ACC, als sich am Mittwochnachmittag Bürgermeister, Behördenvertreter, Repräsentanten von Vereinen, Verbänden und Unternehmen trafen, um die Bewerbung für das Gütesiegel "Bildungsregion Amberg/Amberg-Sulzbach" zu verabschieden.

Ein Jahr harte Arbeit

Seit Mai vergangenen Jahres arbeiteten 182 Akteure aus der Stadt und dem Landkreis in sechs Arbeitskreisen an einem Konzept zur Verbesserung des Bildungsangebotes zwischen Auerbach und Schmidmühlen, Etzelwang und Ebermannsdorf. Dieter Meyer, Schulleiter des Herzog-Christian-August-Gymnasiums in Sulzbach-Rosenberg brachte die Bilanz des gemeinschaftlichen Kraftaktes auf den Punkt: "Wir haben festgestellt, dass es bereits sehr viele unterschiedliche Angebote gibt. Leider fehlt in vielen Bereichen die Vernetzung."

Die "Bildungsregion Amberg/Amberg-Sulzbach" verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz. Eingebunden waren nicht nur die klassischen Bildungseinrichtungen wie Kindergärten, Schulen und Ostbayerische Technische Hochschule, sondern auch diverse kommunale, gemeinnützige und private Initiativen - von der Volkshochschule über die AOVE bis hin zu Künstlergruppen. Dr. Carolin Hagl, die Leiterin der Studienberatung an der OTH, betreute den Arbeitskreis "Schulische und außerschulische Bildung vernetzen". Sie betonte, wie wichtig es sei, die vorhandenen Angebote unter einem Dach zusammenzuführen. "Wir haben deswegen die Idee für ein regionales Bildungsportal im Internet geboren", erklärte sie. Ein Vorschlag, der sich auch in den anderen Arbeitskreisen schnell herauskristallisiert hatte.

Ein Gemeinschaftswerk

Oberbürgermeister Michael Cerny würdigte die Zusammenarbeit zwischen Stadt und Land als "goldrichtig". Wir sind gemeinsam unterwegs", betonte auch Landrat Richard Reisinger. Gerade die Kooperation über Stadt- und Gemeindegrenzen hinweg scheint im Kultusministerium gut anzukommen. Ministerialdirigentin Maria Kinzinger hob diesen Punkt als besonders lobenswert hervor. Über die Verleihung des Gütesiegels entscheidet das Ministerium. Mit der Vergabe sind keine finanziellen Zuwendungen verbunden. "Idealerweise gestalten alle Akteure gemeinsam ein Bildungsnetz für die Region, in dem jedes Kind seinen individuellen Weg gehen, aber auch kein Kind durch das Netz fallen kann. Genau darin besteht der Mehrwert einer Bildungsregion", erklärte Kinzinger.

62 Landkreise und kreisfreie Städte, das sind rund zwei Drittel der bayerischen Stadt- und Landkreise, beteiligen sich an der Initiative. 23 haben das Gütesiegel bereits erhalten, darunter als bisher einziger Oberpfälzer Landkreis der Nachbarkreis Neumarkt.
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