Bildungsregion mit Plakette

"Lieber Ludwig", habe er gesagt, "da will ich selber hinfahren". "Da" ist konkret Amberg. Der Anlass, warum Staatssekretär Georg Eisenreich seinen Kultusminister Spaenle um Vortritt bat, glänzte im Blitzlicht, war schwer und steinhart: ein Qualitätssiegel.

Auf Messing graviert ist künftig für jeden im Rathaus und Landratsamt zu lesen: Wir sind "Bildungsregion in Bayern". Der Landkreis Amberg-Sulzbach und die Stadt Amberg hatten unter der gemeinsamen Koordination von Julia Wolfsteiner und Wolfgang Meier monatelange Arbeit investiert, um diese Plakette zu erhalten. Sie soll Zeugnis einer hohen Bildungsqualität in der Region sein. Die beiden Koordinatoren stellten beim Festakt im König-Ruprecht-Saal am Freitagnachmittag die Initiative vor. Neu erfunden werden musste für diesen Titel nichts. In diesem Bereich der Oberpfalz steckt viel Potenzial. Das aber gilt es, noch besser zu vernetzen und weiterzuentwickeln. "Mit dem Prädikat kann man sich nicht zur Ruhe setzen", verdeutlichte Landrat Richard Reisinger.

Insgesamt absolvierten 185 Beteiligte 38 Arbeitskreistreffen. So wurden alle Initiativen und Angebote gebündelt und in einem Netzwerk verbreitet. "Das ist eine stattliche Anzahl", betonte Wolfsteiner. Meier präsentierte das weitere Vorgehen: Wie können Stadt und Land weiter zusammenarbeiten? Welche Mitstreiter bleiben erhalten? Gibt es neue Themenschwerpunkte? "Ganz aktuell sind das die Flüchtlinge."

Ergebnisse gebündelt

Geklärt werden solle die Möglichkeiten der Integration. Aber auch ein Bildungsmonitoring, Marketing und die Formulierung von Zielen sollen aus einem "lokalen Lernmosaik" eine "professionelle Bildungslandschaft" machen. Das Ergebnis der Netzwerk-Arbeit, die 2014 begann, ist mittlerweile im Internet zusammengefasst. Unter www.bildungsportal-as.de können alle Angebote zum Thema Bildung eingesehen werden. "Hiermit ergeht auch ein Appell an alle, die noch mitmachen möchten", sagte Bürgermeister Martin Preuß.

Zwei Jahre hier zur Schule

"Zur Erziehung eines Kindes braucht es ein ganzes Dorf", zitierte Staatssekretär Eisenreich ein afrikanisches Sprichwort und betonte, dass Landkreis und Stadt mit den 185 Aktiven, die sich vor Ort einbrachten, eine "stolze Zahl" aufweise. Für Amberg sei die Auszeichnung "höchste Zeit" geworden, denn in der Oberpfalz sind bereits Cham, Tirschenreuth und Neumarkt mit der Plakette bedacht worden. Ein wenig schien es sogar eine Herzensangelegenheit für ihn zu sein, denn er konnte aus eigener Erfahrung mitreden: "Ich bin hier zwei Jahre zur Schule gegangen. Das ist eine wunderbare Region."
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