Blaulicht im OP-Saal

Gerade bei Patienten mit Osteoporose ist das oft gar nicht so einfach.

Nicht nur Menschen altern, sondern auch ihre Knochen. Diese werden weicher und poröser, brechen im Alter schneller. Jedoch heilen Brüche langsamer. Unfallchirurgen am Klinikum St. Marien wenden jetzt ein innovatives OP-Verfahren an - mit blauem Licht.

Wird die Knochensubstanz sehr schnell abgebaut, sprechen Mediziner von Osteoporose - diese ist laut einer Pressemitteilung des Klinikums eine der häufigsten Alterserkrankungen der Knochen. Bricht sich ein betagter Mensch etwas, kommt eines erschwerend hinzu: Die Fraktur heilt bei ihm wesentlich schlechter und langsamer als bei jungen Leuten. Die Patienten müssen laut Klinikum deshalb länger liegen. Dies wiederum beschleunigt den Knochenabbau, da dieser nicht bewegt werden kann und somit keine neuen, knochenverstärkenden Zellen gebildet werden können.

Wie in morscher Wand

Hilfe bei der Heilung kommt von den Unfallchirurgen: Die gebrochenen Knochen werden operativ mit Hilfe von Schrauben und Platten so fixiert, dass sie wieder zusammenwachsen können. Aber: "Gerade bei Patienten mit Osteoporose ist das oft gar nicht so einfach", erklärt Dr. Robert Bauer, Chefarzt der Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie von St. Marien Amberg. "Ist der Knochen porös, können wir die Fixierung oft nicht stabil verankern. Vereinfacht gesagt kann man es damit vergleichen, wenn man versucht, eine Schraube in eine morsche Wand zu drehen." Um aber auch Osteoporose-Patienten nach Knochenbrüchen bestmöglich versorgen zu können, setzt das Klinikum nach eigenen Angaben seit einiger Zeit ein innovatives Operationsverfahren ein: IlluminOss - blaues Licht im OP.

Stabil durch Kunststoff

Reicht diese Stabilisierung alleine nicht aus, können die Unfallchirurgen laut Bauer zusätzlich Platten und Schrauben zur Fixierung verwenden. Durch den Kunststoff seien die vorher porösen Knochen wieder stabil, eine Befestigung der Schrauben sei so kein Problem mehr.

"Wir verwenden dieses neue Verfahren ausschließlich bei älteren und hochbetagten Patienten mit Osteoporose, wenn also zu erwarten ist, dass Schrauben und Platten wegen der schlechten Knochenqualität nicht ausreichend stabil verankert werden können", erklärt der Chefarzt. Brüche bei jungen Patienten würden weiterhin mit Platten und Schrauben behandelt. Diese Methode sei sehr wirksam, erklärt Bauer.
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