Blech versus Sänger

Unter dem Motto "Blech und Gospel" stand das Konzert in der Paulanerkirche. Die Sänger hatten am Ende stimmlich gegen das Blech anzukämpfen. Bild: Steinbacher

"Blech und Gospel" hieß das Konzert, zu dem sich am Sonntagabend mehrere musikalische Gruppierungen aus Amberg, Schwandorf und Sulzbach-Rosenberg in der Amberger Paulanerkirche einfanden.

Gemeinsam boten die Bläser und Sänger ein Programm, das von der klassischen Musik von der Barockzeit bis zur Romantik, vom konventionellen Kirchenlied bis hin zu afro-amerikanischen Gospels und Spirituals reichte.

Angetreten waren die Bläser des Dekanatsbezirks Sulzbach-Rosenberg, der Posaunenchor des CVJM Sulzbach-Rosenberg samt Freunden unter der Leitung von Dekanatsposaunenchorleiter Kurt Lehnerer, "Heaven Bound" mit ihrem Leiter Thomas Huber aus Schwandorf, der Sulzbach-Rosenberger Chor "Voices of Joy", geleitet von Dekanatskantor Gerd Hennecke, und die "Paulaner Singers of Glory" mit der Dekanatskantorin Kerstin Schatz am Dirigentenpult.

Viel Publikum

So viel geballte Musikalität lockte entsprechend viele Zuhörer an, so dass die Paulanerkirche fast komplett besetzt war. Und das Publikum wurde auch nicht enttäuscht, denn es erklangen wunderbare Chorlieder und Instrumentalmusik, die für die Blechbläser geschrieben oder später speziell für Bläserensembles arrangiert wurde. Druckvolle Töne aus den Tiefen und strahlende Klänge aus den höheren Regionen erfüllten das Kirchenschiff, wenn die Damen und Herren des Blechs zu feierlichen - und manchmal auch etwas lockereren, jazz-orientierten - Stücken anhuben.

Hier wurden sogar ursprünglich weltliche Kompositionen mit dem Nimbus der Frömmigkeit versehen und dienten damit ebenso zum Lobpreis Gottes wie die rein für den kirchlichen Gebrauch geschriebenen Lieder. Diese wurden hauptsächlich von den Vokal-Ensembles vorgetragen. Ein hohes Maß an Harmonie prägte den Auftritt der Chöre.

Aus einem Guss

Die mehrstimmigen Kirchengesänge klangen wie aus einem Guss und die Begeisterung der Sänger für die sakrale Musik war in jeder einzelnen Note zu spüren. Die etwas rauheren Gospelnummern wurden gekonnt auf die Hörgewohnheiten der Oberpfälzer Kirchgänger zugeschliffen und behielten trotzdem die Eindringlichkeit und das Temperament der schwarzen Bevölkerung Amerikas. Nur bei den "gemeinsamen" Liedern klappte das Zusammenspiel nicht so ganz.

Hier hätten sich die Bläser etwas zurücknehmen sollen, denn der Chor - obwohl zahlenmäßig durchaus "überlegen" und dazu noch durch mitsingende Konzertbesucher unterstützt - konnte sich gegen das Blech einfach nicht durchsetzen. Aber sicherlich bleiben dem Publikum eher die schönen Momente dieses Konzerts in Erinnerung.
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