Blick an den Horizont richten

Roland Kopp stellt derzeit im Kunstkombinat seine urbanen und ruralen Stadtansichten aus. Bild: frj

Im Kunstkombinat gibt es derzeit "rural & urban landscapes" von Roland Kopp zu sehen. Seine Landschaften und Stadtansichten unterscheiden sich allerdings grundlegend von anderen Werken dieses Genres.

Roland Kopp, der in Sulzbach-Rosenberg geboren wurde und jetzt in Neumarkt lebt, bringt nicht Gesehenes auf die Leinwand, sondern seine Empfindungen beim Anblick der Welt um ihn herum - und das in einer eigentümlichen Perspektive. Es ist, als würde man die Augen zusammenkneifen, um etwas Wichtiges genauer beobachten zu können. Entsprechend sind auch die Formate der Bilder ungewöhnlich, sehr breit, aber nicht sehr hoch.

Mit Doppelbegabung

Der Künstler mit der Doppelbegabung als Maler und Musiker nennt sie selbst "Panoramen". Er will damit den Blick ans Ende der Wahrnehmung lenken, den Horizont. Den auszumachen und darüber nachzudenken, was dahinter wohl verborgen sei, bleibt dem Betrachter der Werke überlassen. Die Horizont-Linie verschwimmt oft im Diffusen. Schleierhafte Übergänge verhindern, das Ende der dargestellten Landschaft zu erkennen und den Beginn des Himmels exakt wahrzunehmen. In manchen seiner Bilder lässt Roland Kopp nur eine einzige Farbe sprechen. Und doch findet das Auge des Betrachters auch in diesen monochromen Kompositionen winzige Details, die es zu entdecken gilt.

Öl, Acryl und Asphalt

Im Gegensatz zu den Landschaften haben die Stadtansichten keine klare horizontale Linie, die das Dargestellte in zwei Hälften teilt. Sie sind völlig abstrahiert und geben die subjektiven Eindrücke wieder, die Kopp von den Gebäuden der urbanen Welt aufnimmt. Er versucht hier, die Atmosphäre der Stadt einzufangen und in seiner speziellen gestalterischen Form auf die Leinwand zu übertragen. Dabei verwendet er Öl, Acryl und Asphalt, um seinen Empfindungen Ausuck zu verleihen.

Aber der Kulturpreisträger der Stadt Nürnberg ist auch als Musiker in verschiedenen Blues- und Rock-Formationen. Zu seiner Vernissage lieferte Kopp selbst - zusammen mit Michael Ströll - den Soundtrack. Das Gitarristen-Duo spielte einige Stücke, die genauso ungewöhnlich waren wie das Format und die Technik der Bilder. Basierend auf einem einfachen Blues-Rhythmus entwickelten sie kosmische Klänge, die hypnotisch wirkten und die Zuhörer mit auf eine Traumreise durchs Universum nahmen. Die Ausstellung ist bis Sonntag, 31. Mai, im Kunstkombinat (Donnerstag bis Sonntag, 15 bis 18 Uhr) zu sehen.
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