Blick vom Berg in Kölner Dom

Die Ammerthaler Flötenmusi bereicherte das Dreikönigssingen mit beschwingten Walzerklängen und freudiger Hirtenmusik.

Es ist das einzige Dreikönigssingen im Regierungsbezirk. Unter der Federführung der Oberpfälzer Volksmusikfreunde lockte es wieder eine rekordverdächtige Besucherzahl auf den Mariahilfberg. Und so war in der Wallfahrtskirche kein einziger Platz mehr frei.

(ads) Dem Organisator, Kreisheimatpfleger Hermann Frieser, war es einmal mehr gelungen, für diese musikalisch-religiöse Andacht zum Abschluss des kleinen Weihnachtskreises ein anspruchsvolles Musikprogramm zusammenzustellen: mit Sängern und Musikanten aus Hahnbach, Hirschau, Ammerthal und Luitpoldhöhe. Frieser selbst bereicherte das Dreikönigssingen mit Informationen und Präsentationen zum Stern von Bethlehem und sprach über den Schrein der Heiligen Drei Könige im Kölner Dom.

Mit einer Intrade eröffnete das Hornquartett Hahnbach/Hirschau die Traditionsveranstaltung. Die Ammerthaler Flötenmusi trug mit Walzermelodien und Hirtenmusik zum Gelingen des Nachmittags bei. Die Hahnbacher Sänger erwiesen sich mit ihren kräftigen Stimmen als harmonisches Septett. Der Kontrast: die hellen Frauenstimmen der Luitpoldhöher Sängerinnen, die ebenfalls mit von der Partie waren.

Frieser beschäftigte sich mit der Frage, wie die Dreikönigs-Reliquien nach Köln gelangt sind. Der Überlieferung zufolge soll sie die heilige Helena, die Mutter Kaiser Konstantins, um das Jahr 326 auf einer Pilgerfahrt von Konstantinopel nach Palästina aufgefunden und an sich genommen haben. Einige Jahre später habe sie der Mailänder Bischof Eustorgius erhalten und in seine ihm geweihte Basilika überführt.

Als die Belagerung Mailands durch Friedrich Barbarossa drohte, seien die Reliquien im Glockenturm der Kirche San Giorgio al Palazzo innerhalb der Stadtmauern in vorläufige Sicherheit gebracht worden. Dort blieben sie laut Frieser, bis Friedrich Barbarossa sie nach der Zerstörung der Stadt Ende März 1162 seinem engen Berater, dem Kölner Erzbischof Rainald von Dassel, zum Geschenk machte.

Der Schrein für die Reliquien, erzählte Frieser, sei auch der Anlass für den Bau des Kölner Doms gewesen. Gefertigt habe ihn etwa zwischen 1190 und 1225 der Goldschmied Nikolaus von Verdun. Der Schrein gilt als das größte, künstlerisch bedeutendste und inhaltlich anspruchsvollste Reliquiar des Mittelalters. Er ist zweigeschossig, in Form einer Basilika aufgebaut und mit goldenen Figuren, Edelsteinschmuck, Gemmen, Kameen und Emailschmelzen verziert, die die christliche Heilsgeschichte von den Anfängen des Alten Testaments bis zum Jüngsten Gericht illustrieren.
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