Blinder Anton Luber bewältigt 42,2 Kilometer mit treuem Begleiter - Zwei Legionäre rennen für ...
Ohne Augenlicht und mit Römern ins Ziel

Der blinde Anton Luber und sein Laufbegleiter Roland Blumensaat.
Diese Römer spinnen nicht. Und einen Zaubertrank, auf den sie in den Asterix-Comics immer so scharf sind, haben sie auch nicht nötig. Jutta Teichert und Christian Pietsch, die für einen guten Zweck im Kostüm römischer Legionäre antraten, bewältigten den Freundschaftsmarathon ganz locker ohne gallische Druiden-Tricks.

Was sie beflügelte, war einmal mehr ihre Hilfsaktion für den Verein zur Förderung krebskranker und körperbehinderter Kinder Ostbayern. Dafür warben sie mit ihrer auffälligen Verkleidung und ihrer guten Laufleistung auf der Marathonstrecke um Spenden.

Unfall legt Püschl lahm

Ebenso wacker und noch ein Stück tapferer als mutige Römer schlug sich Anton Luber aus Nürnberg. Er ist seit seiner Jugend blind und rannte die 42,195 Kilometer von Amberg nach Weiden mit seinem treuen Begleiter Roland Blumensaat. An einem 40 Zentimeter langen Band, das beide in den Händen hielten, und mit Ansagen von Roland, wenn der Boden schwieriger oder uneben wurde, meisterte der blinde Marathonfan die Route und bekam sowohl auf der Strecke als auch im Ziel viel Beifall.

"Ab und zu habe ich Anton gebremst und er musste auf mich Rücksicht nehmen", lachte der 57-jährige Blumensaat über seinen sieben Jahre jüngeren Freund, der trotz Behinderung der etwas "fittere" Läufer ist.

Gar nicht fit diesmal und nur am Rande der Veranstaltung anzutreffen: die Ambergerin Kerstin Püschl, die 2011 und 2013 bei den Frauen den Freundschaftsmarathon gewann. Sie wurde im Mai unverschuldet Opfer eines Verkehrsunfalls, brach sich das linke Schienbein kompliziert und ärgerte sich nach eigenen Worten noch auf der Straße vor dem Auto liegend: "Das war's dann mit dem Freundschaftsmarathon heuer", den sie als ihre Hausstrecke so gern gelaufen wäre.

Geburtstag ohne Moskau

Dafür war ein Geburtstagskind dabei: Sven Kleinert vom Burgstädter Laufverein aus Sachsen, der lachend sagte, dass er an seinem Ehrentag gestern auch am Marathon in Moskau oder Sydney teilnehmen hätte können, sich dann aber doch für die "schönere Strecke Amberg-Weiden" entschied.
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