Blitz schlägt in Hausdach ein

Mit der Drehleiter rückte die Feuerwehr dem Dachstuhlbrand in Neubernricht zu Leibe. Erst im März kam das schwere Gerät hier zum Einsatz. Damals brannte es im Nachbarhaus. Bild: gf

Als das Gewitter in der Nacht auf Samstag so richtig loslegte, zuckten am Himmel die Blitze im Sekundentakt. Einer davon schlug in das Dach eines Wohnhauses in Neubernricht ein. Die Feuerwehr rückte mit der Drehleiter an.

Es war ein gewaltiger Schlag, der viele Bewohner der nördlichen Stadtteile aus dem Schlaf riss. Gegen 2.40 Uhr entlud sich die Reibungsenergie in der feuchtwarmen Gewitterluft genau über Neubernricht. Der gewaltige Blitz schlug in das Dach eines Wohnhauses am Waldweg ein. Sofort züngelten Flammen aus dem Dachfirst.

Mit Atemschutz ins Haus

Als die Feuerwehr eintraf, hatten sich die vier Bewohner des Hauses bereits in Sicherheit gebracht, das Feuer jedoch fraß sich weiter durch den Dachstuhl. Sofort richteten die Löschmannschaften ihre Strahlrohre Richtung Dach. Einsatzkräfte mit schwerem Atemschutz versuchten, im Inneren des Gebäudes an den Brandherd zu gelangen. Als der Brand nach etwa einer halben Stunde noch nicht unter Kontrolle war, kam die Drehleiter zum Einsatz - was aufgrund der beengten Straßenverhältnisse nicht ganz einfach war. Es wurde schon langsam hell, als das Feuer gelöscht war und die ersten Einsatzkräfte abrückten. Eine Staffel der Ammersrichter Feuerwehr blieb bis 8 Uhr als Brandwache vor Ort. Später wurde das Haus noch einmal mit der Wärmebildkamera systematisch nach Glutnestern durchsucht.

Eine Laune der Natur

"Es ist eigentlich alles glatt gelaufen", bilanzierte Stadtbrandrat Bernhard Strobl aus Sicht der Feuerwehr. Das Gewitter sei sehr blitzintensiv gewesen. Die Siedlung in Neubernricht steht auf flachem Gelände, das betroffene Haus ragt höhenmäßig nicht aus der Umgebung hervor. "Dass sich der Blitz ausgerechnet dieses Gebäude ausgesucht hat, ist wohl eine Laune der Natur", erklärte Strobl. AZ-Wetterexperte Andy Neumaier bestätigte diese Einschätzung. "Es ist schlichtweg ein Mythos, dass der Blitz immer in die exponierten Stellen einschlägt", betonte er. "Er schlägt da ein, wo der Spannungsunterschied am besten passt."

40 Kilometer entfernt spielte sich zur selben Zeit das gleiche Szenario ab. Auch in Theisseil (Landkreis Neustadt an der Waldnaab) hatte ein Blitz einen Dachstuhl in Brand gesetzt. Dort rückte die Weidener Feuerwehr mit der Drehleiter an. Schaden hier: rund 40 000 Euro. Im März brannte übrigens das Nachbarhaus des vom Blitzschlag betroffenen Anwesens in Neubernricht. Damals war Unachtsamkeit beim Beheizen eines Ofens die Brandursache.
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