Blutiger Streit um die Freundin

Der Bahnhofsvorplatz ist Ambergs Stachus. Im Bereich links neben der Eingangshalle kam es am Mittwochabend zu einer Messerstecherei. Mittlerweile sitzt ein 18 Jahre alter Tatverdächtiger in Untersuchungshaft. Bild: Steinbacher

Die Messerstecherei am Bahnhofsvorplatz bewegt die Gemüter. Was ist da am Mittwochabend mitten im Feierabendverkehr auf dem Präsentierteller der Stadt passiert? Die Polizei hält sich mit Informationen weiterhin zurück.

Das Blaulicht am Kaiser-Ludwig-Ring hat am Mittwochabend für Aufsehen gesorgt. Nicht nur am Mittwoch. Bis heute fragten sich die Menschen in der Stadt, was genau auf dem Platz zwischen dem Schnellimbiss und der Bahnhofshalle vorgefallen ist. Ein 35-jähriger Mann aus Mittelfranken trug nach einem Streit eine Reihe von Schnitt- und Stichverletzungen davon (wir berichteten). Erst am Freitag gab es dazu eine Presseerklärung der Polizei.

Darin bestätigt Albert Brück, Sprecher des Polizeipräsidiums Oberpfalz, im Wesentlichen die Berichterstattung unserer Zeitung. Konkrete Informationen zu Motiv und Tatwaffe nennt der Polizeisprecher aber weiterhin nicht. "Aufgrund privater Differenzen" sei es zu einer "tätlichen Auseinandersetzung" gekommen, heißt es in der Mitteilung nur.

Vorwurf abgemildert

Recherchen unserer Zeitung zufolge soll es sich um eine Beziehungstat gehandelt haben. Vier Männer seien auf zwei andere losgegangen, berichten Menschen, die sich zur Tatzeit am Mittwoch um 18 Uhr im Bahnhofsumfeld aufhielten. "Die haben sich um eine Freundin gestritten", erzählte eine Frau, die einen der Angegriffenen kennt. "Da gab es irgendeine offene Rechnung aus früheren Zeiten." Von sieben Stichen ist die Rede, ausgeführt mit einem Messer. Der 35-Jährige sei im Hals- und im Brustbereich verletzt worden und habe stark geblutet. "Von den sieben Stichen waren zwei lebensgefährlich", berichtete die Frau weiter. Die Ärzte im Klinikum hätten das Leben des Mannes gerettet. Das bestätigte auch die Ermittlungsbehörde: "Es besteht keine Lebensgefahr." Die Polizei ermittelt aber nicht, wie zunächst erwogen, wegen eines versuchten Tötungsdeliktes, sondern wegen gefährlicher Körperverletzung.

Polizisten sperrten den Tatort ab, das Imbiss-Lokal musste während der Spurensicherung seinen Haupteingang schließen. Bei der Suche nach den Tätern gab es eine Dreiviertelstunde später schon einen Erfolg. In einer Gaststätte in der Schlachthausstraße nahmen Fahnder zwei 17-Jährige aus Regensburg fest. Gegen einen der beiden Verdächtigen erging am Donnerstag, just an seinem 18. Geburtstag, Haftbefehl. Er sitzt mittlerweile im Gefängnis. Den anderen setzten die Beamten auf Anordnung der Staatsanwaltschaft wieder auf freien Fuß.

Nun sucht die Polizei nach Zeugen. Gefragt sind natürlich Hinweise, die sich auf das Geschehen am Bahnhofsvorplatz beziehen. Die Ermittler interessiert aber auch, was sich entlang des möglichen Fluchtweges der beiden 17-Jährigen abgespielt hat. Polizeisprecher Brück nannte den Bereich Stadtbrille/Stadtgraben bis hin zur Schlachthausstraße. Wer etwas zur Aufklärung beitragen kann, soll sich unter der Telefonnummer 0 96 21/89 00 melden.

Unter der Gürtellinie

Das Thema sorgte auf Facebook für eine Vielzahl von Reaktionen. Hier meldete sich unter anderem eine junge Frau, die den Tathergang beobachtet haben will. Allerdings finden sich auf den Internetseiten zahlreiche Kommentare, die unter die Gürtellinie gehen. (Angemerkt)
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