Böses Erwachen

"Dieses Spiel dürfen wir niemals gewinnen. Nie, nie, nie!" Noch längere Zeit nach dem Sieg von Nibelungen Lorsch bei FEB Amberg schüttelt Gästespieler Thorsten Gutschalk den Kopf. Auch die Amberger Zuschauer sind fassungslos und verlassen enttäuscht und fast fluchtartig die Halle.

Die Bundesligakegler von FEB Amberg gaben ein Spiel aus der Hand, das sie lange Zeit fest im Griff hatten und unterlagen Nibelungen Lorsch mit 3:5. Mit der dritten Pleite in Folge befindet sich FEB nach einer zuvor überragenden Saison nun in einer kleinen Abwärtsspirale.

Zeitler mit Bahnrekord

Dabei begann es ideal: Zwar verloren Rainer Sattich und Jürgen Zeitler jeweils den ersten Satz knapp, aber danach überrollten sie ihre Gegner Frank Gutschalk und Andreas Dietz. Sattich brach zwar am Ende ein, aber holte sich den Punkt bei Satzgleichstand sicher mit 610:588 Holz. Zeitler bot gar sein vielleicht bestes Spiel im Amberger Trikot. Die 192 Kegel auf der zweiten Bahn waren der Startschuss für eine Weltklasse-Vorstellung. Am Ende stand mit 3:1 und überragenden 681:596 Holz ein neuer Bahnrekord und ein üppiger 107-Kegel-Vorsprung für FEB.

Im Mittelpaar kam Wolfgang Häckl gegen Jurek Osinski nach gutem Start plötzlich nicht mehr zurecht. Ambergs Trainer Gerhard Sattich reagierte und brachte zur Halbzeit Andreas Schwaiger. Dieser machte nach zähem Auftakt eine gute Partie, konnte aber gegen Osinski ebenfalls nichts ausrichten. Der starke Lorscher leitete mit seinem 4:0 (632:589) die Aufholjagd ein. Diese bremste aber Matthias Hüttner. Gegen Thorsten Gutschalk machte der Amberger nach einem zaghaften Start eine bärenstarke Partie und holte mit 3:1 (622:612) den dritten Punkt.

Fünf Kegel fehlen

Bei immer noch 74 Kegel Vorsprung hatte FEB weiterhin alle Trümpfe in der Hand. Dabei blieb es auch lange Zeit im Schlusspaar. Zwar wurde schnell deutlich, dass Daniel Beier gegen Holger Walter und Bernd Klein gegen Jochen Steinhauer wohl die Punkte würden abgeben müssen, aber die Aufholjagd der Gäste ging zu langsam, als dass es richtig gefährlich schien. Im Schlusssatz dann gab es dennoch das böse Erwachen für FEB. Drei der vier Akteure verloren sichtlich die Nerven, Steinhauer behielt sie und drehte die Partie mit einer 164er-Bahn. Am Ende stand ein 0:4 (565:599) für Beier, ein 1:3 (586:631) für Klein und ein Gesamtresultat von 3653:3658 Kegel zu Buche, was wegen fünf Holz die Niederlage für die Hausherren bedeutete.
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