Brand im Klinikum: Personal setzt Notruf ab und räumt einen Teil der Intensivstation
Die vier Patienten sofort verlegt

Zum Zeitpunkt, als der Notruf abgesetzt wurde, wussten wir noch nicht, was Sache ist.
Marc Bigalke ist nicht nur Anästhesist am Klinikum. Der Arzt ist auch Katastrophenschutzbeauftragter von St. Marien - und deshalb war er beim Brand am Montagnachmittag auf der operativen Intensivstation (wir berichteten) ganz schön gefordert.

Wo waren Sie, als der Lüfter auf der Intensivstation durchschmorte?

In einer Besprechung mit einem Brandschutzhelfer. Wir redeten über eine für den Herbst geplante Evakuierungs-Übung im Brandfall, als die diensthabende Ärztin der Intensivstation anrief.

Was geschah dann?

Per Handdruckmelder wurde der Alarm ausgelöst, ich rief außerdem noch bei der Integrierten Leitstelle an, dass es wirklich ein Brand auf der Station F 1 ist. Die vier Intensivpatienten wurden auf die internistische Intensivstation und in einen Aufwachraum verlegt.

Ein Brand im Klinikum - welche Maschinerie läuft da an?

Zunächst wird die Klinikeinsatzleitung, das sind der Vorstand, der ärztliche Direktor, die Pflegedienstleitung, ein Techniker und ich als Katastrophenschutzbeauftragter informiert. Gottseidank waren alle noch im Haus. Außerdem war für viele noch nicht Dienstschluss, so dass noch sehr viele Mitarbeiter da waren. Wir mussten also nicht Personal, das zu Hause war, verständigen.

Wie gut klappte all das?

Sehr gut sogar. Vieles läuft in solch einem Fall parallel ab. Die Intensivstation begann sofort mit der Räumung der vier betroffenen Zimmer, gleichzeitig wurde der Aufwachraum für die Unterbringung der Intensivpatienten aufgerüstet, die Technik suchte die Brandursache - und fand sie auch relativ schnell.

Wie viel oder wie wenig bekam das restliche Haus mit?

Die Nachbar-Stationen der F 1 wurden angewiesen, die Fenster zu schließen. Erst im Nachgang haben wir alle Patienten per Durchsage informiert und erklärt, warum Feuerwehr und Rettungsdienst da waren. Wir haben ihnen aber auch gesagt, dass wieder alles in Ordnung ist.

Wann hatten Sie dann Feierabend?

Ich war bis fast 19.30 Uhr im Dienst. Wir mussten noch klären, wo die verlegten Intensivpatienten in der Nacht und am nächsten Tag untergebracht werden. Außerdem informierten wir die Integrierte Leitstelle über unsere Aufnahmekapazitäten. Zum Schluss erklärten wir auf unserer Homepage und auf Facebook, was passiert war. (Hintergrund)
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