Brand kein Mordversuch

Nach langer Beratung stand für das Amberger Schwurgericht fest: Es war kein Mordversuch. Trotzdem kam ein 34-Jähriger nicht ungeschoren davon.

Der 34-Jährige aus dem Raum Neunburg vorm Wald (Kreis Schwandorf) wurde am Freitag zu zwei Jahren und zehn Monaten Haft wegen versuchter schwerer Brandstiftung, Sachbeschädigung und versuchter Körperverletzung verurteilt.

Zwei Tage lang hatte sich die zentrale Frage in dem Prozess darum gedreht, ob der junge Mann seine Mutter mit Vorsatz umbringen wollte, als er im Herbst letzten Jahres Feuer an einer Haustreppe legte und dabei wusste, dass sich seine Mutter (60) im Obergeschoss des Anwesens befand.

Ausnahmezustand

Die Schwurgerichtsvorsitzende Roswitha Stöber verneinte dies und lenkte die Blicke darauf, dass der 34-Jährige nach dem Tod seines Vaters, der einzigen Bezugsperson für ihn, quasi in einem psychischen Ausnahmezustand war und sich zudem vor der Brandlegung heftig betrunken habe. "Sein ganzes Verhalten macht deutlich, dass er nicht planvoll vorging", zeigte sich die Richterin überzeugt und gab aus juristischer Sicht auch eine Antwort darauf, warum der Angeklagte nach der Tat mit einem Auto davonfuhr, in dem sich seine persönliche Habe befand. "Er wollte nach Furth im Wald in eine Entzugsklinik", schenkte sie den Angaben des 34-Jährigen Glauben. Unterwegs kehrte der Mann um und kam an das Wohnhaus zurück. Dort waren die Flammen unterdessen von selbst erloschen. Die Polizei nahm ihn fest.

Das Schwurgericht ordnete eine längerfristige Entzugsmaßnahme an. "Er braucht die Entwöhnung, denn er ist alkoholkrank", unterstrich die Kammervorsitzende.
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