Carmen Nebel und eine Ambergerin
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Amberg. (hou) Als Carmen Nebel am Samstagabend in ihrer ZDF-Show für die Deutsche Krebshilfe sammelte, stand der Name einer Frau im Mittelpunkt, die ihre familiären Wurzeln in Amberg hatte: Die vor 30 Jahren verstorbene Dr. Mildred Scheel. Ihre Töchter Andrea und Cornelia schilderten den Werdegang ihrer Mutter, die 1974 die Deutsche Krebshilfe gegründet hatte. Mildred Wirtz legte 1950 ihr Abitur in Amberg ab, studierte in Regensburg und München, wurde Röntgenfachärztin.

1969 heiratete sie den FDP-Politiker Walter Scheel, der im gleichen Jahr Außenminister und fünf Jahre später Bundespräsident wurde. War Mildred Scheel zuvor immer wieder nach Amberg gekommen, hatte sie für solche Besuche mit der Wahl ihres Mannes zum Staatsoberhaupt kaum noch Zeit. Wenn sie dann aber tatsächlich kam, geschah dies ohne öffentliches Aufsehen.

In der Diskussion zwischen Carmen Nebel und den Scheel-Töchtern verdeutlichte sich: Die aus Amberg kommende Ärztin, für ihre Arbeit als Gründerin der Deutschen Krebshilfe mit hohen staatlichen Auszeichnungen bedacht, war zutiefst bestrebt, das Thema Krebs aus der Tabuzone zu holen und es öffentlich diskussionsfähig zu machen. "Das ist ihr auch gelungen", sagten ihre beiden Töchter.

Im Mai 1985 starb Scheel im Alter von 53 Jahren an Krebs und wurde in einem Ehrengrab auf dem Alten Friedhof in Bonn beerdigt. Für die von ihr ins Leben gerufene Deutsche Krebshilfe wurden in Carmen Nebels ZDF-Show, bei der Tony Christie, Al Bano & Romina Power sowie die Band Pur für die gute Sache warben, 3,1 Millionen Euro gespendet. Das Geld nahm Krebshilfe-Vorsitzender Fritz Pleitgen entgegen.
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