Catwalk mal ganz wörtlich

Die Katzen den Juroren zum Bewerten einfach hinhalten, ist längst nicht alles. Um ihre Schützlinge optimal zu entwickeln, müssen die Züchter Seminare über Genetik, Anatomie und Verhalten ihrer Rasse besuchen.

Das ACC wurde am Wochenende buchstäblich zum Catwalk. Dort wetteiferten zwei Tage lang die schönsten Katzen um Preise. Genauer gesagt taten das ihre Herrchen und Frauchen, die zur Internationalen Rassekatzenschau nach Amberg gekommen waren.

Es war der Cat Club Germany, der diese Ausstellung samt Prämierung am Samstag und Sonntag präsentierte. Vor zehn Jahren war zum letzten Mal eine ähnliche Veranstaltung an der Vils über die Bühne gegangen. Der Cat Club besteht erst seit 2011, hat aber rund 220 Mitglieder, die vor allem aus dem süddeutschen Raum stammen.

Senioren dürfen streicheln

Vier Mal im Jahr ruft er die Züchter auf, ihre Schützlinge auf Ausstellungen zu zeigen. "Wir versuchen abzuwechseln, so dass wir uns überall in unserem Verbreitungsgebiet mal schauen lassen", erläuterte Vorsitzender Günter Wühr. Die Besucher im ACC hatten Gelegenheit, mit den Züchtern ins Gespräch zu kommen und von Besonderheiten der vielen Rassen zu erfahren. Am Samstagvormittag besuchten auch 25 Bewohner des Marienheims die Ausstellung, die von ebenso vielen ehrenamtlichen Helfern per Rollstuhl ins Haus gebracht wurden. Große Freude bereitete den Senioren der Kontakt zu den Tieren, die natürlich gestreichelt werden durften. So viel Zeit hatten die Züchter dann doch mitgebracht, wenngleich es für sie und ihre Katzen natürlich galt, Preise einzuheimsen.

Große Ohren mit Pinseln

Bei der Beurteilung auf dem "Catwalk", sprich dem Richtertisch, kam es laut Jurorin Barbara Langhammer auf unterschiedliche Kriterien an: "Bei den Maine Coons zum Beispiel muss der Körper lang und muskulös sein; die Tiere sollen dicke Schnauzen und große Ohren mit Pinseln an den Spitzen haben." Außerdem sollten sich alle Katzen anfassen lassen - als Zeichen dafür, dass sie sich wohlfühlen und ausgeglichen sind.

Das bestätigte Michael Balda, der mit seiner Frau Roswitha seit 1993 norwegische Waldkatzen züchtet. "Wir haben irgendwann festgestellt, dass die Konstellation fünf Menschen und eine Katze zu Hause nicht funktioniert - sie wird einfach ,totgeliebt'." So entschied sich die Familie für noch ein Tier und nach und nach entwickelte sich daraus eine ganze Zucht. Das ging vielen Teilnehmern der Ausstellung so - umso stolzer präsentierten sie am Wochenende ihre Erfolge.
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