Chatos Land ist der Prog-Rock

"Chatos Land" heißt ein Western-Klassiker mit Charles Bronson. Kein Neuland, aber ein ziemlich verschüttetes musikalisches Feld betritt Chato Segerer zusammen mit seinen einstigen MRG-Kommilitonen Sebastian Berg, Adrian Müller und David Tiedtke mit der Wiederbelebung von Prog-Rock und Fusion. Jetzt nahmen die vier eine CD dazu auf, was aber gut lief - Chato musste da nicht mit seiner Gitarre zuhauen wie einst Charles Bronson mit dem indianischen Kriegsbeil. Bild: hfz

Prog-Rock und Fusion waren vor allem zu Beginn der 1970er-Jahre ziemlich populär, danach aber sind beide Richtungen eher in der Versenkung gelandet. Eine junge Band mit Amberger Wurzeln holt sie da jetzt wieder heraus.

Der Gitarrist Chato Segerer, ehemaliger Schüler des Max-Reger-Gymnasiums, studiert zur Zeit Musik in Osnabrück. Dort nahm er mit seinen Kommilitonen Sebastian Berg (Schlagzeug), Adrian Müller (E-Bass) und David Tiedtke (Keyboards) nun seine erste CD "Progrock and Fusion with Balls" auf. Wir haben ihn dazu und zu der gesamten Idee befragt:

Der Album-Titel erinnert an Prog-Rock und Fusion. Beides zu Beginn der Siebziger ziemlich populär, aber danach aus dem Blickfeld verschwunden. Warum die Wiederbelebung?

Weil es viel zu schade wäre, diese beiden Genres zu beerdigen. Sie sind einfach meine beiden Lieblingsrichtungen, weil dort alles möglich ist.

Du bist erklärter Frank-Zappa-Anhänger. Wie viel Zappa steckt in deinem Album und welche Einflüsse haben außerdem mitgewirkt?

Es steckt jedenfalls genug Zappa drin, so dass man den Einfluss erkennt. Schließlich war er der ausschlaggebende Grund dafür, dass ich komponieren wollte. Die Geschichte um das Album herum ist durch seine Stories beeinflusst. Auch die "Alles-ist-möglich"-Philosophie hab ich von ihm. Meine wichtigsten anderen Einflüsse sind Cardiacs, Ron Jarzombek, U.K., Mats/Morgan, Panzerballett, System of a Down & Mörglbl.

Wie lange hast du gebraucht für die Ideenverwertung und Komposition, für die ausgefeilten Arrangements, für die Aufnahme und schließlich für die Nachbearbeitung im Studio?

Es dauert mehrere Monate, bis eine Vision für eine neue Komposition entsteht. Die Fertigstellung variiert von drei Stunden bis zu drei Tagen. Das Arrangement entsteht meist gleichzeitig mit der Komposition. Ich habe das Album in einem Zeitraum von anderthalb Jahren aufgenommen, weil ich mir erst die passenden Mitmusiker suchen musste. Wir sind dann immer wieder mal, wenn es zeitlich gepasst hat, ins Studio gegangen, um ein oder zwei Songs aufzunehmen. Zusammengerechnet waren wir ungefähr elf Tage am Aufnehmen. Die Nachbearbeitung im Studio hat grob geschätzt eine Woche gedauert.

Hast du die Songs auch schon live aufgeführt, wenn ja wann und wo?

In dieser Besetzung haben wir beim Study-Up-Award Pop (Bandwettbewerb der Hochschule Osnabrück) und beim Examenskonzert des Drummers gespielt. Ein paar Songs wurden aber schon mal vorher in anderer Besetzung in Würzburg, Nürnberg, England, Holland und auf der Zappanale in Bad Doberan aufgeführt.

Werden die Amberger auch mal in den Genuss eines Live-Auftritts von dir und deiner Band kommen?

Wir spielen am Samstag, 24. Oktober, in Würzburg. Da würde ich sehr gerne einen Gig in Amberg dranhängen. Aber das ist nicht so einfach. ACC und Musikomm sind zu groß und vielmehr gibt es nicht, wo wir hinpassen. Am liebsten würde ich im ehemaligen Club Habana spielen.

Was würdest du selber noch über deine Musik sagen?

Meine Musik ist für Leute, die etwas Neues erleben wollen, denen die Radiomusik zu langweilig ist und die Musik mit dem gewissen Kick brauchen. Wir werden leider nicht oft in der Oberpfalz auftreten können, weil Osnabrück nicht gerade ums Eck liegt. Aber falls doch, erfährt man das auf facebook.com/chato- band. Den Download gibt es bei chato.bandcamp.com zu kaufen.
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