Chinesen filmen Kirwa-Tanz

Die Gruppe des Gregor-Mendel-Gymnasiums vor dem Fernsehturm von Shanghai. Bild: hfz

Verspeisen die tatsächlich Hunde? Tragen sie wirklich diese spitzen Kegelhüte und essen täglich Reis? Eine wirklich klare Vorstellung davon, was sie in China erwarten würde, hatte wohl keiner der Reisenden, als sie in Amberg den Bus zum Flughafen bestiegen.

17 Schüler des Gregor-Mendel-Gymnasiums bekamen die einmalige Gelegenheit, bei einer zweieinhalbwöchigen Reise nach China eine ganz andere Kultur kennenzulernen. Dabei gingen sie auch der Frage nach: Ist die Lebensweise der Chinesen von heute vollkommen "verwestlicht" und durch die Globalisierung kaum mehr von unserer zu unterscheiden?

Sieben Zeitzonen

Nach elf Stunden Flug, der Durchquerung von sieben Zeitzonen und einem Temperaturunterschied von über 15 Grad erreichten die Schüler schwitzend Shanghai, ihr Tor zu China. Von hier aus begann das Abenteuer: eine Woche Schüleraustausch in Wuxi, einer "kleinen Stadt" von sechs Millionen Einwohnern. Die Deutschen durften in das echte Leben einer chinesischen Familie hineinschnuppern, und auch der gemeinsame Besuch des Unterrichts in der Partnerschule brachte interessante Erkenntnisse.

Ab 7 Uhr Unterricht

Schule in China ist von einer in Europa nicht (mehr) bekannten Disziplin geprägt: Unterrichtsbeginn um 7 Uhr, Schule bis in die Abendstunden und anschließendes Lernen, über 40 Schüler pro Klasse, Nachsprechen im Chor - und wer vom Lehrer etwas gefragt wird, hat zum Antworten aufzustehen.

Im Gegenzug hinterließen die GMG-Schüler ein Stück bayerische Kultur in Wuxi: Die Aufführung eines traditionellen Kirwa-Tanzes in Dirndl und Lederhosen wurde von den versammelten Gasteltern begeistert aufgenommen und von reihenweise gezückten Smartphones gefilmt.

Die anschließende anderthalbwöchige Rundreise brachte ebenfalls zahlreiche Eindrücke. Die Oberpfälzer besuchten Städte und buddhistische Klöster mit uralter Geschichte (Xi'An, Luoyang), bestaunten die westliche Modernität Shanghais und flanierten durch die Verbotene Stadt in Chinas Hauptstadt Peking. Ein Spaziergang bei Eis und Schnee auf der chinesischen Mauer blieb ein garantiert unvergessliches Erlebnis.

Land der Gegensätze

Am Ende ihrer Reise waren die jungen Leute zu richtigen Profis im Essen mit Stäbchen und im Handeln mit chinesischen Verkäufern geworden. Und sie hatten China als ein Land der Gegensätze kennengelernt. Vom Gastvater, der die Schüler im nagelneuen Audi A8 in die Schule fuhr, bis zu beklemmender Armut in Seitengassen unweit gläserner Penthousewohnungen sahen sie Vieles. Besonders jedoch blieb den Jugendlichen die Herzlichkeit und Großzügigkeit ihrer chinesischen Gastfamilien im Kopf. Daher freuen sie sich jetzt schon auf den Gegenbesuch im nächsten Jahr und hoffen, den chinesischen Schülern ein ebenso unvergessliches Erlebnis in Deutschland bereiten zu können.
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