Christbaum-Verkäufer ziehen Bilanz - Heute und morgen kommen die Schnäppchenjäger
Endspurt bei den Nordmanntannen

Norbert und Sabine Gleixner bei der Arbeit. Seit dem 6. Dezember stehen sie auf dem Parkplatz des Hockermühlbades und verkaufen Weihnachtsbäume. Bild: Huber
Noch zweimal schlafen, dann muss das Ungetüm, das Sabine Gleixner da in ein Netz pfercht, in schönstem Glanz erstrahlen. Ungetüm? "So etwas gibt es bei uns nicht", pocht Gleixner auf ihre Christbaum-Verkäufer-Ehre. "Wir haben nur schöne Bäume!" Über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten und so gibt es an diesem trüben Samstag natürlich an sämtlichen Tannen und Fichten etwas auszusetzen. Dem einen ist der Baum zu buschig, dem anderen zu schmal.

"Aber so ist das nun Mal", erzählt Gleixner, die zusammen mit ihrem Mann Norbert seit 6. Dezember am Parkplatz des Hockermühlbads steht und Nordmanntannen und diverse Arten von Fichten verkauft. Der große Ansturm ist bereits vorbei. "Am meisten geht immer am dritten Adventswochenende", erzählt die Traßlbergerin. Jetzt, auf den letzten Metern vor dem Heiligen Abend, versuchen traditionell die Schnäppchenjäger ihr Glück. "Die bringt ihr sowieso nicht mehr los", oder "Nach Weihnachten müsst ihr sie wegschmeißen". Das sind die gängigsten Sprüche, wenn es heute und morgen ans Feilschen geht. "Manche sind da ganz schön unverschämt", berichtet Manfred Richter, der gleich nebenan Bäume an Mann und Frau bringt. "Es gibt Leute, die bieten grundsätzlich einfach mal 20 Euro weniger. Da wird's dann halt schwierig." Immerhin habe jeder Baum seinen Reiz, erwärmt sich Richter für seine übriggebliebenen Tannen. Die Schönheit liegt eben im Auge des Betrachters. Ansonsten fehlt heuer nur noch der Schnee. "Wenn es schneit, dann sitzt der Geldbeutel einfach lockerer", berichtet Stephan Beck aus mittlerweile 14-jähriger Erfahrung. Seit dem Jahr 2000 steht er mit seinem kleinen Wäldchen aus Festtagsanwärtern immer im Advent an der Fleurystraße.

Die Schnäppchenjäger kennt Beck natürlich auch. "Aber unter 20 Euro gibt's einfach nichts. Da müsste der Baum schon furchtbar ausschauen." Beck geht davon aus, dass er heute ziemlich abräumen kann. Spätestens an Heiligabend will auch er seine Ruhe haben und sich über seinen eigenen Baum im Wohnzimmer freuen.
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