Christmas Ham am Strand

Der Nikolaus im südaustralischen Adelaide muss schwitzen. Immerhin ist es der Bischof aus Myra, der da am Strand unter einer Palme sitzt und nicht der Weihnachtsmann. Dafür sorgt Iris Strobl aus Hirschau. Die 38-Jährige ist schon vor 15 Jahren ausgewandert und hält das bayerische Brauchtum "Down Under" hoch.

"Es ist alles ein bisschen anders hier, aber wir versuchen alles so gut wie möglich zu mischen", erzählt Strobl. "In Adelaide gibt es einen Christmas Pageant - so was wie einen Faschingsumzug. Der ist immer Mitte November. Ab dann haben die meisten Familien hier den Christbaum aufgestellt und überall blinkt es." Der Christbaum sei in Australien grundsätzlich aus Plastik, "weil bei der Hitze alles so schnell trocken wird und natürlich auch eine Feuergefahr darstellt". Am anderen Ende der Welt ist gerade Sommer. Temperaturen um die 30 Grad stehen in den nächsten Tagen an.

Ein echtes Hefeweizen

Unter diesen Umständen wird auch das Plätzchenbacken zur Herausforderung. "Da schalten wir immer die Klimaanlage ein, damit es in der Küche nicht zu heiß wird", erzählt die Hirschauerin. Am Heiligen Abend geht es dann nach Adelaide, wo es einen Gottesdienst eigens für die Auswanderer aus Deutschland gibt. Auch die Bescherung geht traditionell bayerisch über die Bühne: "Wir essen Schweinebraten mit Knödel. Und ich freue mich schon auf ein Hefeweizen." Die Australier beschenken sich normalerweise am ersten Weihnachtsfeiertag. "Da kommt dann Father Christmas und die Kinder dürfen ihre Weihnachtsstrümpfe ausleeren." Danach gibt es Christmas Ham und Turkey mit Mangos und Erdbeeren am Strand. Am 26. Dezember haben die Geschäfte schon wieder offen und der Schlussverkauf beginnt.
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