CSU: Noch mehr Lufthoheit

Vor einem Luftkissenstapel aus Blech, einer Skulptur von Thomas Kühnapfel, setzten sich Vertreter der CSU-Stadtratsfraktion am Mittwochvormittag für eine finanzielle Unterstützung durch die Stadt Amberg zum zehnjährigen Bestehen des Luftmuseums ein: CSU-Fraktionschef Dieter Mußemann (rechts), der ehrenamtliche Museumsvorstand Wilhelm Koch (Zweiter von rechts), Bürgermeister Martin Preuß (Zweiter von links) und stellvertretender Fraktionschef Rupert Natter (Dritter von links). Bild: hfz

Geht es nach dem Willen der CSU-Stadtratsfraktion, dann soll die Stadt die Themen des Luftmuseums und des Luftkunstortes Amberg auch finanziell weiter unterstützen.

Die Fraktion spricht sich in einer Pressemitteilung dafür aus, zusätzlich zur jährlichen Festbetragsförderung von 10.000 Euro Geld locker zu machen. Für das Projekt "Zehn Jahre Luftmuseum" sollte eine einmalige Finanzspritze von 28 800 Euro, verteilt auf zwei Jahre, gewährt werden. Stellvertretender Fraktionsvorsitzender Rupert Natter machte deutlich, dass der Verein Luftmuseum Amberg selbst entscheiden solle, wie der Zuschuss am besten eingesetzt werden kann.

"Wenn damit für zwei Jahre ein Volontär, also ein wissenschaftlicher Mitarbeiter, engagiert wird, um die Konzeption und Organisation von Ausstellungen und Veranstaltungen für das Jubiläumsjahr 2016 und die Folgejahre zu forcieren, ist das für die CSU-Fraktion in Ordnung", sagte Natter und ergänzte: "Hauptsache, wir erlangen noch mehr Lufthoheit beim Thema Luft."

Nicht über die Stadt

Allerdings, so merkte Stadtrat Christian Schafbauer an, müsse die Anstellung eines Volontärs dann durch den Verein erfolgen. "Mit dieser von der CSU-Fraktion vorgeschlagenen Vorgehensweise erklärten die Vertreter des Luftmuseums ihr Einverständnis", hält die CSU in ihrer Presse-Info dazu fest.

Museumsvorstand Wilhelm Koch ergänzte demnach, dass ein fachkundiger Volontär, der konsequent im Museum ist, die Öffentlichkeitsarbeit deutschlandweit kontinuierlich ausbauen könnte, indem er neue Kontakte zu Partnern, Firmen und Ausstellern recherchiert und aufbaut. Ihm schwebe vor, das Profil Ambergs mit den Themen Luftmuseum, -kunstort und -nacht, eventuell einem Luftkongress und der Einbindung von lufttechnischen Firmen weiter zu stärken. Koch legt Wert darauf, dass es bei den Investitionen der Stadt nicht um eine Zuwendung an den Verein gehe, sondern diese als PR-Ausgaben dem Marketing für Amberg wieder zugutekämen.

Verwundert zeigte sich Bürgermeister Martin Preuß über Aussagen, die der SPD-Stadtverband bei seinem Besuch im Luftmuseum getroffen hatte (wir berichteten). Vor dem Hintergrund, dass die Sozialdemokraten selbst mitbeschlossen hätten, die Entscheidung über die Finanzierung einer Volontärsstelle in den Stadtrat zu verweisen, "ist es schon mutig, von einer Hängepartie zu sprechen". Diese Kritik, meinte Preuß, falle postwendend auf die SPD-Spitze und deren Bürgermeisterin Brigitte Netta zurück. Parteiübergreifend und einstimmig sei im Ferienausschuss nämlich der Beschluss gefasst worden, den Antrag des Luftmuseums erst einmal in den Fraktionen zu beraten, erinnerte Preuß an diese August-Sitzung.
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