Cybermobbing: Fouls im Netz

Bei manchen Schülern machte sich Betroffenheit breit, als Jörg Kabierske ihnen erklärte, welche Gefahren im Netz lauern und wie schnell etwas strafrechtlich relevant werden könnte. Bild: hfz

Laptop und Smartphone hatte er mitgebracht. Und dazu noch jede Menge Erfahrung und Wissen. Denn der Jugendschutz im Internet ist mitunter dünn.

Einen Experten hatte sich der Elternbeirat des Max-Reger-Gymnasiums zum Thema Medienerziehung eingeladen: Jörg Kabierske aus Regensburg. In einem zweistündigen Vortrag informierte er über Jugendschutz, Online-Sucht, Social Media, Cyberfoul, Urheberrechte, Datenklau, Schutzfilter und Onlinebetrug. Mit seinem Equipment - Laptop und Smartphone - zeigte er online an reellen Situationen, wie "dünn" der Jugendschutz im Internet sein kann und wie leicht Kinder und Jugendliche über Youtube Zugang zu gewaltverherrlichenden und pornografischen Inhalten haben können.

Mobbing im Netz

Bildschirmfreie Zeiten während der Schulzeit, der Hausaufgaben und der Nachtruhe sowie das "alte", unverwüstliche Nokia-Handy, das für den Schulweg und die Sicherheit auf diesem ausreiche: Diese Tipps gab der Referent seinen Zuhörern. Cybermobbing ist seinen Worten nach ein Thema, über das Eltern sich mit ihrem Nachwuchs auseinandersetzen müssten. Den Kindern sei oftmals nicht bewusst, wie verletzend sie sich verhalten, wenn sie andere beschimpfen oder auch nur die betreffende Person ignorieren. Nach den Eltern waren die Schüler an der Reihe. In Doppelstunden sprach Kabierske vor den Klassenstufen 5/6, 7/8, 9/10 und 11/12: Seine Worte machten einige Kinder durchaus betroffen. Die seelische Schande sei für die Opfer weit schlimmer als rein körperlicher Schmerz, so Kabierske über Cybermobbing. Denn: "Das Internet vergisst nicht." Filme oder Beleidigungen ließen sich nicht mehr löschen. "Das ist eine Katastrophe, das geht nicht, das darf man nicht zulassen", sagte der Referent, selbst Vater von zwei Teenagern, eindringlich zu den Schülern.

Cybermobbing sei nicht nur unfair und gemein, sondern habe möglicherweise schreckliche Folgen. "Starke Menschen tragen ihre Konflikte von Angesicht zu Angesicht aus." Er warnte davor, Fotos anderer sowie Logos ins Internet zu stellen, denn diese seien urheberrechtlich geschützt. Ebenso illegal sei das Anschauen von Filmen. "Alle Seiten, die auf "to" enden, "sind Eure persönlichen Feinde". Selbst wer die Filme nicht direkt herunterlade, sondern sie einfach nur online anschaue, hinterlasse Spuren im Netz - was im schlimmsten Fall strafrechtliche Konsequenzen habe.

Lehrfilme für die Schule

Der Referent hatte nicht nur Warnungen und Verbote dabei, sondern auch Anregungen zur sinnvollen Nutzung der Medien: ob Lehrfilme auf Youtube zu schulischen Themen oder kostenfreie Seiten für rechtmäßige Downloads von Filmen.
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