Da bleibt nur ein Waidmannsdank

(zm) Jäger genießen nicht per se einen guten Ruf. Der Ethos des Waidmännischen formuliert deshalb einen Kodex des Respekts vor der Schöpfung. Und wenn ihn einer bricht? Mit einem Ehrenkodex ist es halt so eine Sache. Manche scheren sich einen Dreck um die Ehre. Und wenn es noch dicker kommt, auch um Strafgesetze.

Ein Jagdschein macht zudem noch lange keinen Waidmann aus einem Menschen. In Deutschland stehen Jäger nicht zuletzt unter besonderer gesetzlicher Beobachtung, weil sie legal Waffen tragen dürfen. Damit tat sich schnell die Frage auf, ob ein rechtskräftig wegen Tierquälerei verurteilter Mann (54), der seine Jagdhunde mehrfach schwer malträtierte, weiterhin Jäger sein kann?

Das ergab sich, nachdem ein Amberger Unternehmer vor dem Landgericht kürzlich seinen Einspruch gegen eine einschlägige Verurteilung in erster Instanz dann doch noch kleinlaut zurückgezogen hatte (wir berichteten). Der Kommentar des Staatsanwaltes: "Ihr Verhalten kotzt mich an." Damit war die Untere Jagdbehörde, in diesem Fall die zuständige Stelle der Stadtverwaltung, am Zug. Doch viel zu tun gab es nicht mehr, erklärte die Pressestelle des Rathauses.

Der Jagdschein war dem 54-Jährigen wegen eines anderweitigen Delikts, das Zweifel an dessen Zuverlässigkeit nährt, schon im Jahr 2013 entzogen worden. Das gilt ebenso für die Erlaubnis, über Waffen verfügen zu dürfen. Wie heißt es in diesen Kreisen so schön? Waidmannsdank.
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