Da kommt Leben in die Bude

Schauen sich womöglich die eine oder andere Aufführung selbst an (von links): Kulturamtsleiter Thomas Boss, OB Michael Cerny, Kulturfachkraft Marina Auer mit dem KIT 2015, Kulturreferent Wolfgang Dersch und Stadtwerke-Geschäftsführer Dr. Stephan Prechtl. Bild: Hartl

"Du bist aber groß geworden." Dieser Satz aus dem Standardrepertoire bei Verwandtschaftsbesuchen gilt auch für das Kindertheaterfestival KIT. Immerhin wird es heuer elf Jahre alt und darauf sind die Eltern stolz.

(zm). Eine richtige Patchworkfamilie sitzt da zusammen. Die Stadtwerke und das Kulturamt in der Rolle von Mama und Papa, die für die Woche vom 15. bis 20. März 17 Aufführungen ihrer sechs Kinder ankündigen. Da kommt Leben in die Bude, die Vorstellungen im Jugendzentrum Klärwerk sind in der Regel schnell ausverkauft.

Rund 3500 Besucher waren es allein im vergangenen Jahr. Doch da wurde der zehnte (Kinder)Geburtstag zwei Wochen lang gefeiert. Heuer bleibt es wieder beim üblichen Format. Oberbürgermeister Michael Cerny war offensichtlich auch schon unter den Zuschauern. Auf der Pressekonferenz zur elften Auflage am Mittwoch zeigte er sich begeistert davon, mit welchen darstellerischen und dramaturgischen Mitteln die jeweils eingeladenen Kinder- und Jugendbühnen aus ganz Deutschland arbeiten und es schaffen, dass ihr Publikum stets "voll drin ist".

Seit Beginn mit dabei

Hauptsponsor seit dem Bestehen von KIT sind die Stadtwerke. "Sie haben mehr als Strom, Gas und Wasser, sie haben auch Kultur zu bieten", freute sich der OB. Immerhin habe sich das Kommunalunternehmen dieses Festival bisher insgesamt 50 000 Euro kosten lassen. Stadtwerke-Geschäftsführer Dr. Stephan Prechtl sieht "dieses Geld sehr, sehr gut investiert".

Als Vater dreier Kinder war auch er bisher nicht nur einmal im Zuschauerraum gesessen und erzählte am Mittwoch von der spontanen Idee, nicht nur gezielt Kindergarten- und Grundschulkinder, sondern ab heuer auch die Schüler der drei sogenannten Übergangsklassen (Kinder aus Flüchtlings- und Zuwandererfamilien) aus Amberg und Sulzbach-Rosenberg ansprechen zu wollen. Prechtl hat Platzreservierungen für diese 10- bis 15-jährigen Kinder neun unterschiedlicher Nationalitäten reservieren lassen. Die Stadtwerke wollten damit einen aktiven Beitrag zur kulturellen Integration leisten, betonte der Geschäftsführer und kann sich kaum eine bessere Plattform vorstellen.

Kein bloßes Bespaßen

Kulturreferent Wolfgang Dersch sieht in dieser Geste eine konsequente Fortführung und Ergänzung des Gedankens der Kulturtafel, die Kindern aus sozial benachteiligten Familien den Besuch einer KIT-Aufführung ermöglicht. "Das Teilhaben an Kultur" sollte keinem vorenthalten werden, fordert er, und es könne kaum früh genug einsetzten. Denn bloße Unterhaltung - im Jetztzeit-Slang wohl Bespaßen - biete das Festival beliebe nicht.
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