Damit Amberg noch fairer wird

Mit Produkten aus fairem Handel lässt sich "Politik mit dem Einkaufskorb" machen. Zusätzliche Impulse soll diese Entwicklung durch die Kampagne "Fairtrade Towns"erhalten, an der sich Amberg seit diesem Jahr beteiligt. Bild: Steinbacher

Amberg will "Fairtrade Town" werden. Die Bewerbung dafür läuft, auch die nötige Steuerungsgruppe ist aus der Taufe gehoben worden.

Das Thema fairer Handel spielt beim Einkaufen für immer mehr Menschen eine Rolle. "Im Zuge einer nachhaltigen Lebensweise geht die Tendenz weg von günstiger Massenware hin zu einer ,Politik mit dem Einkaufskorb', sprich zu Produkten, die ohne soziale Ausbeutung und Verschwendung von Ressourcen hergestellt werden", heißt es zum Hintergrund in einer Pressemitteilung. Demnach erhält diese Entwicklung zusätzliche Impulse durch die Kampagne "Fairtrade Towns", an der sich Amberg seit diesem Jahr beteiligt.

Aktuell befindet sich die Stadt in der Bewerbungsphase. Zu den Eckpunkten einer Teilnahme gehört unter anderem die Bildung einer Steuerungsgruppe, in der sich Vertreter von Politik, Wirtschaft, Kirchen, Vereinen, Medien und der Zivilgesellschaft zusammenfinden, um die Aktivitäten vor Ort zu koordinieren. Wichtig ist dabei auch die Vernetzung innerhalb der Kommune mit dem Ziel, die Verbraucher zahlreich über die Möglichkeiten des fairen Einkaufs zu informieren.

Die konstituierende Sitzung der Steuerungsgruppe ging im Beisein von Oberbürgermeister Michael Cerny im Rathaus über die Bühne. Dabei betonte er die Signalwirkung eines solchen Titels. Die Einstimmigkeit des Stadtratsbeschlusses zeige, "dass Amberg bereit ist, den Weg zur Fairtrade Stadt mit großem Engagement zu beschreiten".

Hohe Ziele gesteckt

Auch die Steuerungsgruppe habe sich hohe Ziele gesteckt: "Sie möchte ihren Beitrag dazu leisten, dass durch Fairtrade nicht nur die Armut in der Welt verringert wird, sondern dass sich auch eine Vision über die Zukunft unserer globalen Gesellschaft und demokratische Prozesse entwickeln. Auch soll Nachhaltigkeit jeden Bereich unseres Lebens durchdringen, um eine globale und generationsübergreifende Gerechtigkeit zu schaffen." Dazu werden laut OB unter der Leitung der Steuerungsgruppe Veranstaltungen angeboten, in denen sich Interessierte über die sozialen und ökologischen Verwerfungen informieren können, die durch unser Handeln weltweit erzeugt würden.

Sind die Bürger anschließend der Meinung, dass es ein "Weiter so" nicht geben kann, würden Handlungsoptionen angeboten, so dass man aktiv an der Gestaltung einer fairen, nachhaltigen Zukunft mitarbeiten könne. "Außerdem plant das Gremium, in der Innenstadt Aktionen zu veranstalten, die dieses Anliegen einer breiten Öffentlichkeit bekanntmachen sollen", heißt es in der Presseinfo, "doch was kann der Einzelne sofort beherzigen, um den Gedanken des Fairtrade beim Einkauf zu berücksichtigen?"

Siegel gibt den Ausschlag

Antwort von Heike von Eyb, Sprecherin der Steuerungsgruppe: "Er sollte darauf achten, dass er möglichst viele Produkte erwirbt, die mit dem Fairtrade-Siegel gekennzeichnet sind." Kaffee, Bananen und Schokolade seien sicherlich die prominentesten Fairtrade-Produkte, doch daneben gebe es wesentlich mehr Erzeugnisse des fairen Handels. So seien neben Lebensmitteln auch Textilien ein bedeutender Bereich, "in dem viel getan werden muss, um die Welt ein wenig gerechter zu machen".
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