Das Experiment mit der Kanone

Natürlich haben sich die Betreiber des Mertenberger Skiliftes auch schon des Themas Kunstschnee angenommen. "Das haben wir freilich ausprobiert", posaunt Helmut Piehler in die gesellige Runde hinein, die sich in der Wärmestube versammelt hat. Er löst damit schallendes Gelächter aus.

Es muss ein besonders frostiger Winter gewesen sein. Damals, als der Skiclub Monte Kaolino Hirschau anbot, eine seiner Schneekanonen zu Testzwecken zur Verfügung zu stellen. "Wir haben alles wunderschön hergerichtet", berichtet Piehler. Anfangs habe sich die Sache sehr gut angelassen. Gleich nach dem "Wasser marsch" seien die schönsten Eiskristalle durch die Luft gewirbelt, so dass sich die Schnee-Experten freudestrahlend in das Lifthäuschen zurückzogen. "Es war ein prächtiger Abend!" Und ein gut durchorganisierter noch dazu.

Immer derjenige, der zum Biseln vor die Hütte trat, hatte die Aufgabe, per Sichtkontakt die Funktion der Kanone zu testen. "Passt. Läuft wie geschmiert!", hieß es jedes Mal, wenn dann ein Kundschafter wieder zur fröhlichen Stammtischrunde zurückkehrte. Und sogleich klirrten die Gläser der Schneemacher wieder. Bis einer von ihnen irgendwann bemerkte, dass mit der Feinjustierung an der Anlage etwas nicht stimmte. Die Kanone hatte wie ein Rasensprenger Wasser auf der Piste verteilt. "Im Mai war die Eisplatte immer noch nicht abgetaut."

Nach diesem Erlebnis verzichteten Frau Holles Helfer in Mertenberg auf die weitere Herstellung künstlichen Eises. "Das wäre uns auf Dauer zu stressig", erklärt Stefan Walter. "Wir setzen ganz auf die Natur und schauen, wie es kommt. Bis jetzt ist es noch immer gutgegangen."
Weitere Beiträge zu den Themen: Februar 2015 (7876)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.