Das Fernziel ist ganz nahe: Aufstieg in die Regionalliga

Kopf an Kopf im Kampf um einen Platz in der Regionalliga: Der FC Amberg (links der zweifache Torschütze zum 2:0, Benjamin Werner) und der VfR Garching (rechts Daniel Suck) treffen am Samstag im Rückspiel in Garching aufeinander. Die Oberbayern nennen auf ihrer Homepage fünf Gründe, warum sie die Klasse erhalten werden und scheuen auch vor gewisser Ironie nicht zurück: "VfR heißt Verein für Relegationsspiele." Bild: ref

Der FC Amberg steht vor dem größten Erfolg der Vereinsgeschichte. Mit 2:0 hat die Truppe von Trainer Timo Rost das Hinspiel gegen den VfR Garching gewonnen. Da die Relegationsspiele im Europapokal-Modus ausgetragen werden, kann sich der Bayernliga-Zweite einiges erlauben.

Nüchtern betrachtet ist die Ausgangslage für den FC Amberg vor dem entscheidenden Spiel beim VfR Garching am Samstag, 13. Juni, um 16 Uhr ganz einfach: Erzielt der FC ein Tor, würde Garching den Amberger Aufstieg in die Regionalliga nur mit vier eigenen Treffern noch verhindern können. Und selbst ein Unentschieden, eine 0:1- oder eine 1:3-Pleite würden den FC nach oben bringen - also eine Niederlage mit zwei Toren Unterschied.

Die Vorzeichen könnten also schlechter sein, doch wie immer gilt: Am Ende aller Theorie zählt nur das Ergebnis - und bevor das feststeht, müssen noch 90 Minuten gespielt werden - oder womöglich 120, wenn Garching nach regulärer Spielzeit mit 2:0 gewinnt. Dann wäre auch ein Elfmeterschießen nicht ausgeschlossen.

Angst abgelegt

Dass das Hinspiel am Mittwochabend 2:0 endete, das hatte mehrere Gründe. Der FC hatte das Spiel nicht dominiert, ganz im Gegenteil. Auch im Spiel nach vorne klappte vieles nicht so, wie man es eigentlich gewohnt ist. Das gilt auch für Unsicherheiten in der Defensive, wo sich viele Lücken auftaten - vieles davon änderte sich mit Beginn der zweiten Hälfte. "In der ersten Halbzeit waren wir sehr ängstlich, so kannte ich uns gar nicht. Aber im zweiten Abschnitt haben die Jungs gemerkt, dass sie mithalten können", bilanziert Rost das Hinspiel.

Der Lattentreffer ...

Spätestens im zweiten Abschnitt war es dann ein Duell zwischen Amberger Willen und Kampfbereitschaft gegen Garchinger Schnelligkeit und Übersicht - das Ende ist bekannt. VfR-Trainer Daniel Weber haderte deshalb auch mit dem Ergebnis: "Wir haben eine starke erste Halbzeit gespielt, da hatten wir sehr viel Pech. Amberg macht auf einmal das Tor, obwohl davor nichts von ihnen zu sehen war und der FC rein gar nichts vom Spiel hatte. Das Ergebnis spiegelt den Spielverlauf nicht wider." Der FC habe in bestimmten Situationen eben auch das Glück gehabt, zum Beispiel beim Garchinger Lattentreffer kurz vor dem Abpfiff, so Weber. Wäre dieser Ball reingegangen, der FC Amberg würde mit einem denkbar flaueren Gefühl im Magen die Reise nach Garching antreten.

Anderes Tempo

So sei es aber eben ein starkes Ergebnis, so Timo Rost, mit dem man zwar selbstbewusst nach Garching fahre, aber eben auch im Wissen, was einen dort erwartet: "Man muss sich gegen einen Regionalligisten einfach auf ein anderes Tempo und eine andere Handlungsschnelligkeit einstellen. Aber wir wissen jetzt, wie Garching spielt. Um dort erfolgreich zu sein, müssen wir alles rausknallen." Auch in Garching weiß man, was die Stunde geschlagen hat. Zwei Tore gegen eine solche Defensive aufzuholen, werde extrem schwer. Doch die Elf um Daniel Weber wird bis zur letzten Sekunde um den Regionalligaverbleib kämpfen: "Der FC sollte sich nicht zu früh feiern lassen. Wir haben im Hinspiel nicht viel falsch gemacht. Amberg erwartet ein heißer Tanz."

Geleitet wird die Partie von Günter Perl, der auf zehn Jahre Bundesligaerfahrung (154 Spiele) als Schiedsrichter zurückblicken darf. Für Ordnung auf dem Platz sollte also gesorgt sein. Für den FC Amberg könnte der Samstag einer der größten Tage der vergangenen Jahre werden. Die Ausgangslage ist gut und fast alle Mann sind an Bord (Alexander Jobst fehlt weiterhin verletzt). Und so stehen nur noch 90 Minuten zwischen dem FC und der Regionalliga. Ein Tor in Garching würde dafür wohl reichen.

FC Amberg: Götz (1), Schober (25), Ceesay (15), Gorgiev (5), Hock (2), Karzmarczyk (18), Graml (6), Hempel (14), Knorr (17), Lincke (19), Morin (22), Plänitz (13), Schwarzfischer (21), Wiedmann (10), Dietl (8), Hauck (27), Seifert (16), Seitz (9), Wiesner (7), Werner (11).
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