Das ging voll in die Hose
Glosse

Da beutelt es den Oberpfälzer. Nicht, dass er was gegen Tracht hätte. Ganz im Gegenteil. Aber das, was da am Wochenende im Prospekt-Stapel als Wochen-Knüller eines Discounters angepriesen wird, zieht einem dann doch die Haferlschuh aus. Die gibt's im Werbeheftl glücklicherweise nicht. Dafür aber eine Lederhose. Soll jedenfalls eine sein, wird aber verkauft als "Trachten-Bermuda".

Öha! Da hört der Spaß dann doch auf. Man stelle sich vor, man würde damit zu Hause auf die Kirwa gehen. Da wäre man sofort Tisch- oder gar Dorfgespräch. Aber dafür ist es eh schon zu spät. Kein gutes Timing dieser Werbung: Die eigene Kirwa ist schon gelaufen. Aber Moment - darum ging's den Marketing-Fuzzis am Ende gar nicht! Sie zielen vermutlich auf Größeres: Wer auf dem Oktoberfest über zehn Euro für eine Maß Bier zahlt, der braucht dazu schließlich auch das passende Gwand. Also eine echt bayerische Bermuda.

Mit dieser Idee ist die Schnäppchen-Kette übrigens nicht alleine: Ein örtlicher Supermarkt begrüßt seine Kunden derzeit mit Kleiderständern, bei deren Anblick man zunächst denkt, die fangen diesmal aber früh an mit Fasching! Tatsächlich entpuppen sich die bunten Textilien als Bayern-Kostüm. Allerdings nicht für den Fasching, sondern für die Wiesn. "Sie" muss ja schließlich auch zünftig daherkommen neben "ihm" in der Bermuda.

Na dann ist ja alles in Ordnung. Die Geschlechter sind also gleichermaßen "bedient" bei diesem Thema. Sollen sie ruhig mal um einen Platz im Oktoberfest-Zelt kämpfen, die Bermuda-Fans. Der Amberg-Sulzbacher nimmt derweil gemütlich Platz auf dem Mausberg. In der echten Ledernen - oder auch gern in der Jeans. Auf jeden Fall aber ganz ohne Reservierung. Und sicher für weit unter zehn Euro fürs Bier.



Im Blickpunkt

Familien gesucht

Eine Infoveranstaltung für Familien, die einen unbegleiteten minderjährigen Flüchtling aufnehmen wollen, ist für Mittwoch, 23. September, um 14.30 Uhr im Landratsamt angesetzt. Anmeldungen beim SkF, 48 72 10.

Momentan keine Spenden

Die Resonanz auf den Spendenaufruf für Kleidung und Spielsachen waren nach Angaben der Stadt überwältigend. Da keine neuen Flüchtlinge dazugekommen sind, sind die Lagerkapazitäten erschöpft. Deshalb bitten Stadt und BRK, momentan von Kleiderspenden abzusehen.
Weitere Beiträge zu den Themen: August 2015 (7425)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.