Das Kellerkind-Pech

Die Amberger Lucas Kührlings (links) und Daniel Gschrei (rechts) rücken Gästespielmacher Armin Kiener so richtig auf die Pelle. Doch aller Einsatz reichte nicht: Die HG Amberg unterlag der HSG Nabburg/Schwarzenfeld mit 23:25. Bild: Ziegler

Die HG Amberg kann einfach nicht mehr gewinnen. Vor allem in den Muss-Spielen. Im Derby der Handball-Bezirksoberliga gegen die HSG Nabburg/Schwarzenfeld gab es die nächste Niederlage - und von den Mitkonkurrenten im Abstiegskampf zwei weitere Genickschläge.

Schon vor dem Duell gegen die HSG Nabburg/Schwarzenfeld schrillten bei den Ambergern die Alarmsirenen - langsam werden sie unerträglich laut. Durch die 23:25 (10:14)-Heimpleite am Samstagabend sowie die Siege von Altdorf und Hemau/Beratzhausen verlor das Team von Trainer Roland Schmid weiter an Boden.

Die Amberger trafen in der Offensive häufig die falschen Entscheidungen: Etliche Spieler sind nach den vielen Negativerlebnissen der vergangenen Wochen augenscheinlich völlig verunsichert und können mit dem Druck des Gewinnenmüssens nicht umgehen. Die Brechstange ist in dieser Situation dann das falsche Mittel und führt zu Ballverlusten. Dass der tschechische Klassetorhüter Martin Strejc mit Rückraumwürfen am Mann kaum zu bezwingen ist, ist seit rund 15 Jahren bekannt. Trotzdem wählten gerade die HG-Halbspieler viel zu oft dieses Angriffsmittel und ermöglichten so den keineswegs überragenden Gästen immer wieder einfache Kontertore. Der Aufsteiger musste einfach nur auf die Fehler der Hausherren warten - und die kamen mit aus HG-Sicht unschöner Regelmäßigkeit. Da auch Nabburg/Schwarzenfeld bei weitem nicht alles richtig machte, kam Amberg, angeführt von Torjäger Tobias Hirsch, auf 8:10 heran. Doch erneute Fehlwürfe, bei denen auch immer mal wieder das sprichwörtliche Kellerkind-Pech im Spiel war, ließen die Gäste auf den 14:10-Halbzeitstand enteilen.

Die Truppe von HSG-Trainer Daniel Kessler schien beim Stand von 18:11 nach 37 Minuten bereits die Vorentscheidung geschafft zu haben. Das junge Gästeteam vergab mit zwei Siebenmetern aber die ersten Matchbälle und brachte Amberg dadurch wieder ins Spiel. Die HG hatte nun ihre beste Phase und einige Minuten später stand es nur noch 21:22. Jetzt kam Derby-Stimmung in der GMG-Dreifachturnhalle auf: Nabburg/Schwarzenfeld konnte sich am Kreis durchsetzen, was im Gegenzug auch dem unermüdlichen Tobias Streber gelang. Hart bedrängt bekam er aber bei seinem Lattenkracher nicht den von den Zuschauern geforderten Siebenmeter. Der Ball landete vom Holz bei HSG-Flügelflitzer Sebastian Blödt, der sich bei seinem Tor über einen geahndeten Schrittfehler nicht hätte beklagen dürfen. Trotz dieser unheilvollen fünf Sekunden verkürzte die HG durch Daniel Gschrei noch einmal auf 23:24, doch HSG-Hüne Armin Kiener sorgte nervenstark 50 Sekunden vor der Schlusssirene vom Siebenmeterpunkt für das 25:23 der Gäste.

HG Amberg:Tor: Feldbauer, Beyer. Feld: Hirsch (10/1), Gschrei, Rohrbach, Strasser (je 3), Streber (2), Kührlings, Wagner (je 1), Andersch, M. Schaller, Wirth.
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