Das Kreuz mit dem Verkehr
Angemerkt

Es ist schon ein Kreuz mit dieser vermaledeiten Altstadt: Über viele Jahrzehnte hinweg zogen die Menschen von hier fort. Wer es sich leisten konnte, baute ein Eigenheim am Stadtrand oder in Kümmersbruck-Poppenricht-Ammerthal mit viel Sonne, eigenem Garten und Doppelgarage. Das Zentrum verödete, vielfach lebten nur noch alte Menschen oder absolute Liebhaber des historischen Ambientes im Ei.

So langsam hat sich der Trend umgekehrt. Ambergs Altstadt wird immer attraktiver für aktive Senioren, die ihr Eigenheim am Stadtrand wieder verlassen, für Studenten und sogar für junge Familien mit Kindern. So unterschiedliche Motive sie alle haben, den Mittelpunkt Ambergs wieder mit Leben zu füllen, eines verbindet sie: Sie wollen ihre Autos irgendwo parken.

Und da wird aus dem Segen - der Rückkehr der Menschen - ein bisschen ein Fluch. Denn Amberg ist eine alte Stadt, die für Autos eigentlich nicht gemacht ist. Schnell sind die schmalen Straßen und Gassen verstopft, Stellplätze für die Anwohner und Besucher knapp. Es werden also Garagen gebaut. Aber mit jedem neuen Stellplatz steigt wieder die Anzahl der Autos, die durch die engen Gassen fahren, die Anwohner mit Lärm und Dreck belästigen und so für Verdruss sorgen.

Eine alle befriedigende Lösung gibt es nicht, das muss uns allen klar sein. Am Ende jeder Diskussion kann nur ein Kompromiss stehen. Und der fordert von allen Seiten ein bisschen Nachgeben und Toleranz. Denn fast alle von uns besitzen ein Auto und benutzen es auch. Wollen wir den gordischen Verkehrsknoten in Amberg also lösen, müssen wir bei uns selbst beginnen. Das gilt übrigens auch für die, die jetzt rund um den Paradeplatz Flagge gegen die Autos zeigen.

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E-Mail an der Autor:

andreas.ascherl@zeitung.org

Polizeibericht Rahmennummer herausgeschliffen

Amberg. (jör) Weil er trotz Dunkelheit ohne Licht unterwegs war, kontrollierte eine Streife des Einsatzzuges am Mittwoch kurz vor 21 Uhr im Dreifaltigkeitsviertel einen 28-jährigen Radfahrer. Bei der Überprüfung des Rades stellten die Beamten fest, dass die Rahmennummer zum Teil herausgeschliffen und durch eine andere ersetzt worden war. Zur Herkunft des rund 700 Euro teuren Mountainbikes befragt, verwickelte sich der aktenkundige Mann in Widersprüche. Nachdem er nicht gewillt war, einen Besitznachweis zu erbringen, stellten die Polizisten das Fahrrad bis zur Klärung der Eigentumsverhältnisse sicher. Es handelt sich um ein schwarz-rot lackiertes Mountainbike der Firma "Giant", mit der Bezeichnung "Terrago 1". Hinweise zur Herkunft nimmt die Polizei entgegen.
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