Das Märchen vom Antrag
Glosse

Es war einmal ein 40-köpfiger Stadtrat. Der hatte das Glück, in der liebenswertesten Stadt Deutschlands Entscheidungen treffen zu dürfen. Doch dann mochten die Männer und Frauen sich auf einmal nicht mehr. Sie stritten sehr viel miteinander. Der Zwist war so arg, dass die Roten ihren Gegnern das Schwarze unter dem Fingernagel nicht mehr gönnten.

Erst ein wunderbares Wahlergebnis ließ die Leute wieder friedlich miteinander umgehen. Und so wurde das Rathaus eine kommunalpolitische Wellness-Oase. Keiner wollte dem anderen das Wort verbieten. Also beschlossen die Räte gar, nach den anstrengenden öffentlichen Sitzungen die "Behandlung weiterer Gegenstände" zuzulassen.

Das verführte nun aber manchen dazu, wichtige und unwichtige Dinge aus dem Leben eines Lokalpolitikers zum Besten zu geben. Dies kam sehr unterschiedlich bei den Zuhörern an. Sie fanden das langweilig oder sie regten sich mächtig darüber auf. Weil die Erzähler in ihrem Eifer wohl nicht mehr daran gedacht hatten, dass der Stadtrat für so etwas einst den Antrag erfunden hat. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann reden sie auch in der nächsten Sitzung. Die Moral von der Geschicht': Vergiss den Antrag nicht!

juergen.kandziora@zeitung.org

Aus dem Stadtrat

Schnelles Internet für ganz Amberg

Amberg. (kan) Neues vom Breitband: Die Gewerbebau geht davon aus, dass Amberg bis zum Jahreswechsel 2016/17 zu 100 Prozent mit schnellem Internet versorgt ist.

Das Taxi kostet künftig etwas mehr

Amberg. (kan) Mindestlohn, gestiegene Lebenshaltungs-, Kraftfahrzeug- und Spritkosten: Das sind einige der Gründe dafür, dass Taxifahren in Amberg für die Kunden ab Mai etwas teurer wird. Der Kilometerpreis erhöht sich um zehn Cent. Der Stadtrat genehmigte das am Montag einstimmig.
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