Das Urteil

Jetzt ist die Öffentlichkeit wohl für längere Zeit vor ihm sicher: Mit der Unterbringung des Beschuldigten in einem psychiatrischen Krankenhaus setzte das Schwurgericht den juristischen Schlusspunkt unter eine schwere Straftat.

In ihrer Urteilsbegründung sagte Richterin Roswitha Stöber, Thomas Bärthlein sei "ein Zufallsopfer gewesen". Die Vorsitzende skizzierte danach den Geschehensablauf bei Traßlberg und stufte ihn, aus der rechtlichen Perspektive gesehen, als gefährliche Körperverletzung ein. Zwar habe wohl anfangs ein Tötungsvorsatz vorgelegen, doch dann sei der 30-Jährige davon im juristischen Sinn zurückgetreten. Von daher könne nicht auf ein Verbrechen des versuchten Totschlags erkannt werden.

Den Angriff auf Bärthlein bezeichnete die Richterin als "potenziell lebensgefährlich". Sie bejahte eine fortdauernd von dem Mann ausgehende Gefahr. "Die Zukunft wird erweisen, wie es mit Ihnen weitergeht", sagte sie zu dem Beschuldigten. In der Forensik wird nach gültiger Rechtsprechung jährlich überprüft, ob es Möglichkeiten gibt, eine untergebrachte Person auf freien Fuß zu setzen. Doch dafür müssen zahlreiche Voraussetzungen erfüllt sein.
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