Das viersätzige Orgelkonzert in B-Dur ließ als einziges Werk z "Allegro" - also freudig - gespielte Klänge zu. Im weiteren Verlauf ließen der Chor aus
Ruhige Freude zum Start in den Advent

Es gelang Zephir und dem Chor der Basilika, ein durchgehend hochwertiges Programm für die Freunde der Blechmusik und die Anhänger von anspruchsvoller Kirchenmusik zu bieten. Bild: Hartl
St. Martin und das kammermusikalische Blechbläser-Ensemble Zephir in der Basilika eher ruhige und vor allem besinnliche Töne hören.

Amberg. Das Händel-Concerto erfüllte mit seinem ausgewogenen Duettieren von Bläsergruppe und Orgel seinen Zweck als Eröffnungsstück, das schon gespannte Erwartungen auf die Qualität der nachfolgenden Stücke bei den Zuhörern weckte. Und diese wurden nicht enttäuscht.

Mit bekannten und weniger bekannten Stücken, sowohl kirchlicher als auch weltlicher Art, bestritten die Blechbläser den ersten Teil. In den hörenswerten Arrangements, die großteils von den Musikern selbst geschrieben worden waren, schafften sie es, die zum Teil symphonisch angelegten Werke auf die Möglichkeiten des Sextetts herunterzubrechen und dabei doch Kompositionsstrukturen und die Intentionen der Schöpfer der einzelnen Werke nicht zu vernachlässigen. So kam das Publikum zu einem manchmal ungewöhnlichen, aber immer von musikalischer Ästhetik getragenen Hörgenuss.

Gabriel Faurès "Pavane" und die "Gymnopedie" von Eric Satie interpretierten die jungen Musiker empfindungsreich und in einer Art und Weise, die selbst die Komponisten selbst für gut befunden hätten. Einen starken Kontrast zum Blech bildeten die Stücke für Marimbaphon-Solo. Der zweite Satz aus David Gillinghams Marimbakonzert begeisterte durch seinen ruhig-meditativen Melodiefluss. Eine "Pastorale" von Eric Ewazen in der höchst originellen Besetzung mit Trompete, Tuba und Orgel leitete auf die Bearbeitungen von vorweihnachtlichen Weisen wie "Maria durch ein Dornwald ging" über.

Hörenswerter Mozart

Ein wenig opulenter gestaltete sich der zweite Teil des Adventkonzerts, zu dem eine halbe Hundertschaft an Sängern in den Altarraum einmarschierte. Mit den Musikern von Zephir ließen sie verheißungsvoll-fromme Stücke erklingen, von denen zwei der besonderen Erwähnung würdig waren: Zum einen das wunderbare "Laudate domine" von Wolfgang Amadeus Mozart das - in einem Arrangement von Georg Birner, der sich als großes Talent in dieser Disziplin erwies - äußerst stimmig und mitten ins Gefühlslebens des Publikums vorgetragen wurde. Einen großen Anteil daran hatte Christina Schauer, die sich als Solistin bewährte. Mit klarer und höchst angenehmer Singstimme veredelte sie das geistliche Werk des Salzburger Komponisten in absolut hörenswerter Weise.

Das zweite Werk, das eine ganz besondere Atmosphäre verbreitete, war die Missa brevis in B aus der Feder des erst im Vorjahr verstorbenen Komponisten Christopher Tambling. Regionalkantor Bernhard Müllers, der im übrigen auch das komplette Konzert leitete und auch an der Orgel brillierte, hat aus dieser Messe das Kyrie, das Sanctus, das Benedictus und das Agnus Dei für seinen Chor arrangiert. Voller Wohlklang ertönten die Stimmen, zurückhaltend von den Bläsern begleitet und gelegentlich durch festliche Akzente der Röhrenglocken ergänzt. Ein Werk, das ob der Frömmigkeit, die es ausstrahlt, von den Kirchenbesuchern ebenso gern gehört wird, wie von eher weltlich orientierten Zeitgenossen, die vor allem Freude an den eingängigen Melodien der einzelnen Sätze fanden.

Durchgehend hochwertig

Den würdigen Abschluss bildeten zwei Chöre aus dem Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach, bei denen wieder Georg Birner für das Arrangement verantwortlich zeichnete.
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