Das wilde Grillen ist vorbei

Hier soll die Pforte zum Ammerbachtal entstehen. Der Weg zwischen Straße und Infotafel soll asphaltiert werden, links davon sind 33 Parkplätze vorgesehen. Bild: Hartl
Lokales
Amberg in der Oberpfalz
21.08.2015
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Luftsportgruppe, Jogger, Walker, Radfahrer, Gassigeher, Sternegucker, Feierabend-Griller - für viele Amberger ist das Ammerbachtal Naherholungsgebiet Nummer eins. Damit es zu keinen Interessenskonflikten kommt, stellt die Stadt nun Verhaltensregeln auf.

Das Wiesental zwischen Speckmannshof und Lengenloh ist den Stadtbewohnern heilig. Davon zeugt der Info-Abend Ende Juni im Großen Rathaussaal. Zweieinhalb Stunden lang diskutierten Vertreter der Interessengruppen damals, wie sie auf einen gemeinsamen Nenner kommen könnten. Die Stadtverwaltung hat aus der Versammlung ihre Schlüsse gezogen und dem Ferienausschuss nun ein ganzes Bündel von Vorschlägen präsentiert.

Pavillon mit Schranke

"Maßnahmen zur Lenkung des Besucherverkehrs im Naherholungsgebiet Ammerbachtal" ist das Papier überschrieben, das in erster Linie bauliche Veränderungen in dem Gebiet vorsieht. Unter anderem ist daran gedacht, einen zentralen Anlaufpunkt für die Nutzer zu schaffen. Der Verkehr soll über Speckmannshof geleitet werden. Etwa 100 Meter nach der Ortschaft mündet von links kommend ein Feldweg in die Straße. Dieser soll auf einer Länge von 150 Meter asphaltiert und mit einer Wendemöglichkeit versehen werden. Entlang dieser Zufahrt sollen 33 Parkplätze entstehen. Der Wendehammer im Süden würde quasi das Tor zum Naherholungsgebiet markieren.

Hier soll ein Info-Pavillon die Gäste begrüßen und ein Grillplatz angelegt werden. "Zwei Feuerstellen mit je einem Grillrost, um die sich jeweils Sitzgelegenheiten aus Granitquadern gruppieren, bieten ausreichend Platz für zwei Gruppen zu je 15 Personen", heißt es in der Beschlussvorlage des Ferienausschusses. Und weiter: "Der Grillplatz mit guter Aussicht nach Osten zur Stadt soll eine Alternative zum wilden Grillen innerhalb des Geländes, zum Beispiel an der Rammertshofer Mühle oder an der Panzerplatte, bieten."

Das Ammerbachtal soll künftig weitgehend autofrei bleiben. Deswegen sollen an allen möglichen Zufahrtsstraßen Schranken installiert werden. Acht sind in dem Plan eingezeichnet, der der Beschlussvorlage beigeheftet war. Die Kosten für Zufahrten, Park- und Grillplätze, Pavillon und Hinweisschilder veranschlagt die Verwaltung auf rund 162 000 Euro. Möglicherweise gibt es für das Vorhaben als Projekt des Naturparks Hirschwald auch noch staatliche Zuschüsse.

Alternativen suchen

Stadtrat Rupert Natter (CSU) trat gleich zu Beginn der Diskussion auf die Bremse. Er plädierte dafür, das Konzept erst noch einmal auf Schwachstellen hin zu prüfen und es Ende September dem gesamten Stadtrat zur Entscheidung vorzulegen. Oberbürgermeister Michael Cerny nahm diese Anregung gleich auf. Der Beschluss wurde vertagt. Allerdings unterstrich der Rathauschef, dass die eingeschlagene Marschrichtung seiner Meinung nach schon die richtige sei. "Eine Stadt wie Amberg braucht auch öffentliche Grillplätze", sagte Cerny. "Wir könne ja mal schauen, ob es auch Alternativstandorte für die Feuerstellen gibt."
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