Demokratie leben

Vier Frauen pflanzten zur Feier ihrer Einbürgerung einen Nussbaum in der Nähe des Kurfürstenbades: Cigdem Ozavci, Diana Garcia Pena, Malgorzata Malec-Burger und Izabella Winter (von rechts). Bürgermeister Martin Preuß und Landrat Richard Reisinger assistierten dabei. Bild: gfr

"Die deutsche Staatsbürgerschaft ist nicht nur mit Rechten, sondern auch mit Pflichten verbunden", betonte der Amberger Bürgermeister Martin Preuß bei der Einbürgerungsfeier. Zusammen mit Landrat Richard Reisinger begrüßte er 24 neue Staatsbürger.

Mit der Eurovisionshymne "Charpentier Prelude" eröffnete das Bläserquartett der Bergknappen-Kapelle aus Sulzbach-Rosenberg den Festakt. Lockeres Hofzeremoniell sei heute angesagt, betonte Landrat Richard Reisinger in Anwesenheit einiger Bürgermeister der Landkreisgemeinden, in denen die Neubürger wohnen. Integration sei für die nächsten Jahre wohl die größte Herausforderung, die mit dem Flüchtlingsstrom auf Deutschland zukomme.

"Die deutsche Staatsbürgerschaft anzustreben, ist ein mutiger Entschluss", erklärte der Landrat, denn beim Einbürgerungsverfahren müssten die Bewerber an die 300 Fragen beantworten, die ein Großteil der Deutschen wohl nicht richtig lösen könne. Bürgermeister Martin Preuß unterstrich, dass die Einbürgerung mehr als ein formaler Akt sei. Vielmehr legten die Eingebürgerten ein Bekenntnis ab, dass sie in Deutschland leben wollen, dass sie sich in Amberg oder im Landkreis wohlfühlen. Einige der Eingebürgerten seien hier geboren, andere seien vor Gewalt und Unterdrückung geflohen und suchten hier für sich und ihre Kinder ein besseres und vor allem freies Leben. Preuß nannte die Vorteile einer Einbürgerung, nämlich aktives und passives Wahlrecht sowie Niederlassungsfreiheit in allen EU-Ländern.

Zu den Pflichten gehöre es, den Fortbestand der Demokratie und des Rechtsstaates für ein gemeinsames Lebens in Frieden und Freiheit zu sichern, außerdem die Würde des Einzelnen zu achten sowie Andersdenkende und Anderslebende zu respektieren. Demokratie und Rechtsstaatlichkeit seien auf der Welt keine Selbstverständlichkeit. Vier Frauen, die alle schon seit Jahren in Deutschland leben, gelobten feierlich, das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland zu achten. So erhielten die polnischen Staatsangehörigen Izabelle Winter und Malgorzata Malec-Burger sowie Cigdem Ozavci (Türkei) und Diana Garcia Pena (Mexico) die deutsche Staatsbürgerschaftsurkunde. Alle im Laufe des letzten Jahres Eingebürgerten bekamen ein Begrüßungsgeschenk und zeigten auf der Weltkarte, wo ihre ursprüngliche Heimat war. Als Showeinlage trat die Bauchtanzgruppe Oriental Ladies auf und die Birgländer Volkstanzgruppe tanzte zu den Stücken "Hans Adam" und "Bauern-Moidl putz'de".

Einbürgerungen (Amberg):

Malgorzata Malec-Burger (Polen), Diana Garcia Pena (Mexico), Danuta Herok (Polen), Miao Zhou (China), Vadzim Kulinovich (Weißrußland), Tatjana Voshchilo (Weißrußland), Anna Kulinovich (Weißrußland), Garagade Salzmann (Thailand), Junli Aggintus (China).

Einbürgerungen (Landkreis):

Izabella Winter (Polen), Cigdem Ozavci (Türkei), Selma Yakin (Türkei), Özgyr Aytan (Türkei), Elzbieta Sperl (Bosnien Herzegowina), Hai Bui Thanh und Hong Nguy Thi Kim (Vietnam), Hamayum Shafi (Pakistan), Abraham Tsitslohes (Griechenland), Netsonita Kropp und Maria Do Carmo Nogueira (beide Brasilien) sowie Goran, Snjezana, David und Helena Ambrosic (Kroatien).
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